"Körperwelten" in Bremen
...sind seit dem 5. Februar in Bremen im "Postamt 5" am Hauptbahnhof zu bewundern. Die Ausstellungen von Gunther von Hagen haben in der letzten Zeit ja für einigen Wirbel gesorgt, weshalb ich natürlich besonders neugierig war. Den Eintrittspreis von 17 Euro pro Person halte ich zwar für ein wenig überteuert, dafür bekommt man dann aber auch viel zu sehen. Alles, was man im Ausstellungsraum zu sehen bekommt, hat man als "normaler" Mensch in dieser Form wohl noch niemals zu sehen bekommen. Dass man hier reale bzw. echte tote Körper zu sehen bekommt, darauf war man gedanklich ja eingestellt. Und wenn man sich in diesem Zusammenhang (auch) auf Kunst einlassen kann, dann ist ein Besuch jeden Cent wert! Ich persönlich habe selten so interessante, faszinierende und gleichzeitig lehrreiche Dinge in einer Ausstellung gesehen, wie am heutigen Tage! Jedes Körperteil des Menschen kann eingehend betrachtet werden. Viele Körper(teile) auch scheibenweise und fast alles hautnah! Jeder Raucher dürfte erschrocken über die ausgestellte Raucher-Lunge im direkten Vergleich einer Nichtraucher-Lunge gewesen sein! Wer danach nicht mit dem Rauchen aufhört bzw. diesen Gedanken ernsthaft ins Auge fasst, dem ist wohl wirklich nicht mehr zu helfen! Einfach nur schlimm und hochgradig bedenklich, wenn man in seinem Körper ein derartig (wichtiges) beschädigtes Organ weiß!
Alle ausgestellten Plastinate werden in aktiven und lebensnahen Posen gezeigt. Die Posen ermöglichen es den Besuchern, das Plastinat besser in Bezug zum eigenen Körper zu bringen. Und dies wird damit auch wirklich erreicht! Man denkt wirklich mal über seinen Körper nach und auch darüber, wie empfindlich der eigene Körper ist und was man ihm im Laufe seines Lebens eigentlich antut. Und was das Herz, dieses eigentlich recht kleine Organ, täglich für eine Höchstleistung vollbringt, wird einem spätestens am Ausgang deutlich: Dort ist nämlich in aufgestapelten Fässern dargestellt, welche Menge es täglich an Blut durch unseren Körper pumpt. Nämlich 7000 unglaubliche Liter!
Trotzdem haben wir uns nach dem Besuch von "Körperwelten" nicht vom geplanten Mittagessen bei "Burger King" im Hauptbahnhof abbringen lassen. Wenn auch mit einem etwas schlechten Gewissen...