Abschlußfahrt 1984 zum IJsselmeer in den Niederlanden

23. 06. 1984 Gegen 8.45 Uhr waren wir bereits an der holländischen Grenze, die wir ohne eine Kontrolle überfahren konnten. Gegen 10.30 Uhr kamen wir in Kampen an. Dort sollten unsere Schiffe liegen, mit denen wir für einige Tage das IJsselmeer befahren wollten. Wir hatten unsere Klasse zuvor in zwei Gruppen aufgeteilt, da die Schiffe für alle zu klein waren. In unserer Gruppe führte unsere Klassenlehrerin Frau Bühring die Aufsicht, in der anderen Gruppe unser Erdkundelehrer Herr Siemer. Da an diesem Tag eine starke Briese wehte, war das Boot für unsere Gruppe noch nicht wieder in Kampen eingetroffen. Deshalb mußten wir mit dem Bus zum nächsten Hafen nach Stavoren fahren, wo wir gegen 11.45 Uhr ankamen. Einer der beiden Skipper, er hieß Willem, holte uns vom Bus ab. Wir trugen unsere Sachen auf das Schiff und gingen in unsere Kabinen. Ich war mit Tamer Yildizhan und Bernhard Ernst in einer Kabine. Bernhard bestand darauf, dass die Kojen ausgelost werden sollten. Da Bernhard dabei kein Glück hatte, mußte er sich ganz nach hinten verkriechen. Tamer schlief oben, wo es ein kleines Fenster gab und ich schlief unten an der Seite, neben Bernhard. Es dauerte nicht lange, da beschwerte sich Bernhard aus seiner Ecke über die schlechte Luft in der Kabine, die nur eine Größe von etwa 2 mal 3 Metern hatte.

Als alles fertig eingerichtet war, hielten die beiden Skipper Olaf und Willem die Begrüßungsrede. Danach machten Tamer, Andreas Tielitz, Jörg Kinder und ich einen Rundgang durch die kleine Stadt. Danach sollte es Mittagessen geben. Nun stellte jedoch der Kochdienst fest, dass zu den Nudeln das Gehackte fehlte. Tamer und ich sollten schnell noch welches besorgen. Berhard kam dann auch noch mit. Leider hatten inzwischen schon alle Geschäfte zu und wir klingelten schließlich bei einem Supermarkt, wo wir das Gehackte dann bekamen. Als das Essen dann fertig war, stellten wir mit Entsetzen fest, dass Susanne Behrend keine Nudeln kochen konnte. Sie hatte auf die fertigen Nudeln noch Speiseöl (!) geschüttet. So waren die Nudeln leider ungenießbar geworden. So freuten wir uns dann wenigstens auf die Nachspeise. Leider hatte Susanne noch einen Topf Sahne über den Obstsalat geschüttet, der dann leider auch nicht mehr schmeckte. So holte sich dann fast die gesamte Gruppe Pommes Frites von einem kleinen Kiosk am Hafen. Bis 23 Uhr machten wir noch einen weiteren Rundgang.

24. 06. 1984 Um 7.30 Uhr standen wir auf. Da es auf dem Schiff nur zwei kleine Waschmöglichkeiten gab, dauerte das Waschen dementsprechend lange. Nach dem Frühstück legten wir gegen 9.30 Uhr ab. Beim Ablegen wäre Tamer beinahe ins Wasser gefallen, als er mit einer Stange das Schiff von der Hafenmauer abstoßen wollte. Die Fahrt war sehr schön, wir lagen faul an Deck in der Sonne. Ab und zu mußten wir bei den Segelmanövern mithelfen. Vor dieser Tätigkeit drückte sich Bernhard übrigens die ganze Woche lang. Mittags gab es eine kleine Brühe mit Brot und gegen 14.00 Uhr trafen wir im Hafen von Ork ein. Dieser Ort gefiel uns nicht besonders gut und ab 16.30 Uhr regnete es. Zum essen gab es Hänchenkeulen, Kartoffelbrei und Rotkohl. Das Esen schmeckte allen sehr gut und anschließend legten sich fast alle kurz in ihre Kojen. Als wir aufwachten sahen wir uns „Der Denver Clan“ an. Im Ort war es sehr ruhig, alle Geschäfte hatten geschlossen. Abendessen gab es heute nicht. Bernhard und ich machten uns deshalb Spiegeleier, wobei sich Bernhard wirklich sehr ungeschickt anstellte. Gegen 23.00 Uhr war dann Bettruhe angesagt und der kleine Hund hüpfte bei uns gleich mit ins Bett.

25. 06. 1984 Heute hatten Tamer, Bernhard und ich Kochdienst. Bernhard und ich kauften dafür die nötigen Lebensmittel ein, während Tamer das Frühstück vorbereitete. Nach dem Abwasch haben wir erst einmal Geld eingewechselt. Danach habe ich dann einige Postkarten geschrieben und zwei Muscheln als Andenken gekauft. Da es heute sehr windig war (Windstärke 7-10), konnten wir leider nicht auslaufen. Zum Mittag gab es heute Bratwurst, die (natürlich) hervorragend schmeckte. Einige von uns gingen zum Schwimmbad. Da Martina Wiedensee, Ralf Knopf, Bernhard und ich noch Hunger hatten, machten wir uns Toast mit Käse überbacken. Später spielten Frau Bühring, Andreas, Tamer und ich noch Karten bis 0.00 Uhr. Danach folgte die Bettruhe.

26. 06. 2002 Um 7.40 Uhr standen wir auf. Heute hatten Ralf und Frau Bühring den Küchendienst. Nach dem Frühstück war keine gute Stimmung, da das Essen nicht ausreichend gewesen war. Danach fuhren wir bei gutem Wetter nach Lemmer. Dort angekommen machten Tamer und ich gleich einen Rundgang durch den schönen Hafen und die kleine Stadt. Wir kauften uns Kleinigkeiten zu Essen. Dann fuhren wir gegen 12.30 Uhr weiter und unterwegs gab es dann das Mittagessen (gefüllte Paprikaschoten). Unser Schiff lief auf Grund und mit großer Anstrengung schafften wir es, das Schiff wieder vom Grund abzustoßen. Da wir während der Fahrt aßen, gab es einige Schwierigkeiten. Wir mußten die Teller mit diversen Gegenständen in eine gerade Lage bringen, denn das Boot hatte heute Schlagseite, wie bisher niemals zuvor.
Wir fuhren durch das Sneeker-Meer und durch die Kanäle. Gegen 20.00 Uhr kamen wir dann in Sneek an. Nachdem das Schiff verankert war, machten wir wieder einen Rundgang und kauften uns zum Abendessen Pommes Frites. Nach dem üblichen Kartenspiel war Bettruhe. Bernhard war schon sehr früh ins Bett gegangen. Als Tamer und ich dann in die Kabine kamen, wollten wir zum Einschlafen noch etwas Musik mit unseren Walkmans hören. Sofort beschwerte sich Bernhard bei Frau Bühring, die ihn aber nur auslachte. Wütend schlief Bernhard ein.

27. 06. 1984 Heute hatten Martina und Gabi Troue den Küchendienst. Leider gab es keine Eier zum Frühstück. Heute hatte Bernhard zu lange geschlafen, er wachte erst bei voller Fahrt auf – natürlich erst nachdem die Segelmanöver stattgefunden hatten. Bernhard wäre wegen der Schräglage des Schiffes in der Kombüse fast hingefallen, konnte sich aber noch so gerade fangen und schaffte es schließlich an Deck zu kommen. Wir überholten heute während der Fahrt das zweite Schiff, auf dem der zweite Teil unserer Klasse war. Bernhard durfte während der Fahrt die Toilette säubern. Gegen 14.00 Uhr kamen wir in Workum an. Mit Bernhard machte ich einen kleinen Rundgang und wir kauften uns Pommes und Eis. Danach folgte ein kleines Mittagsschläfchen. Bei Windstärke 6 fuhren wir um 19.00 Uhr weiter nach Makkum und der Küchendienst bereitete inzwischen das Essen zu. Es gab ein chinesisches Gericht. Bernhard meckerte sehr über das Essen, da er von zu Hause ausschließlich deutsche Küche gewohnt war. Im Ort machten wir anschließend wieder den gewohnten Rundgang. Berhard kaufte sich eine Riesenportion Eis. Es folgte die Bettruhe. Wie fast jeden Abend war Bernhard schlecht gelaunt. Tamer wollte mit der Taschenlampe überprüfen ob Bernhard schon schlief. Dabei bekam Berhard die Lampe versehendlich gegen den Kopf geschlagen und schlug wütend auf Tamer ein.

28. 06. 1984 Gegen 8.00 Uhr standen wir auf. Es regnete leider. Susanne Dunkel und Jörg hatten Küchendienst. Um 11.00 Uhr fuhren wir dann bei inzwischen schönem Wetter ab. Bis 16.30 Uhr lagen wir an Deck faul in der Sonne herum und genossen die Fahrt. Nach der Ankunft in Enkhuizen wurde das Schiff vertaut und der Küchendienst bereitete das Abendessen. Es gab Schnitzel. Später kauften wir uns noch Pommes Frites und spielten Karten. Gegen 22.30 Uhr gingen wir dann schlafen und der Hund hüpfte in Bernhards Bett. Tamer und ich wollten, dass der Hund im Zimmer bleibt, Bernhard war absolut dagegen und zog deshalb mit seinem Bettzeug für eine Nacht in den Aufenthaltsraum um dort zu schlafen.

29. 06. 1984 Nach dem Frühstück wurden die Sachen gepackt. Andreas Tielitz und Michael Herden hatten heute Küchendienst. Nach dem Frühstück fuhren wir gegen 11.00 Uhr los. Bei sonnigem Wetter machten wir wieder eine Wettfahrt mit dem zweiten Schiff unserer Klasse. Unser Schiff gewann! Zwischendurch gab es Brötchen mit einer Frikadelle und später Fischstäbchen. Als Kampen schon in Sicht war, begannen wir mit dem Deckschrubben. Um 17.00 Uhr kamen wir im Hafen an, machten noch Erinnerungsfotos und fuhren mit dem Bus ab. Alle waren von unserer Abschlußfahrt begeistert, nur Bernhard freute sich auf sein eigenes Bett…

Gruppenfoto von unserer Crew

Gruppenfoto von unserer Crew

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