U.S.A. – Der Westen vom 28. 04. bis 23. 05. 1996

Sonntag, den 28. 04. 1996
Ich habe mich zwar schlafend gestellt, es hat jedoch nichts genützt. Stefan hat mich um ca. 04:20 Uhr geweckt. Aufstehen, waschen, anziehen und Koffer verschließen war wenig hektisch. Das bestellte Taxi kam bereits nach wenigen Minuten. Auf dem Weg zum Bremer Flughafen begann plötzlich ein starker Platzregen. Auf Wiedersehen Bremen! Unsere Fluggesellschaft war Lufthansa. Der Flug nach Frankfurt dauerte ca. 50 Minuten. Als wir das Frankfurter Flughafengebäude betraten, lief uns der ehemalige Bürgermeister von Bremen – Hans Koschnick über den Weg! Bereits in Bremen hatten wir erfahren, daß für den Flug von Frankfurt nach Los Angeles für uns noch keine zusammenhängenden Plätze gebucht waren. Dies wurde dann in Frankfurt veranlaßt. Nun hatten wir zwar keinen Fensterplatz, jedoch saß Stefan wenigstens am Gang und hatte die gewünschte Beinfreiheit. Folgende Filme wurden auf dem Flug gezeigt: „Vater der Braut II“ und „Hallo, Mr. Präsident!“. Die Flugzeit wurde mit 10 Stunden und 50 Minuten angekündigt. Kurz nach dem Start wurden Kopfhörer, Wolldecken, Erfrischungstücher sowie ein Getränk und ein Snack verteilt. Zum Mittag aßen wir Putenfleisch mit Rotkohl, Klößen, Sauce, Salat, Käsebrötchen und Mousse. Unser Essen nahmen wir über England ein. Stefan testete seine Schlafbrille und hielt ein Mittagsschläfchen. Unsere Durchschnittsgeschwindigkeit betrug 900 km / Std. bei einer Höhe von 10.000 m und einer Außentemperatur von -55°C. Endlich in Los Angeles angekommen! Unser Flugzeug landete sicher gegen 12:45 Uhr Ortszeit. Nachdem wir die Einreiseformalitäten hinter uns gebracht hatten, bekamen wir unser Gepäck. Danach fuhr uns ein Shuttle der Firma „Hertz“ direkt zur Mietwagenstation. Wir bekamen dort einen viertürigen, grünen „Ford-Mystic“. Er hatte erst 13.000 Meilen gelaufen und gefiel uns sofort. Bereits auf dem Weg zu unserem Hotel begeisterte uns die tolle Ausstattung des Wagens. Die Klimaanlage ließ, da es sehr heiß war, das für uns noch ungewohnte Verkehrschaos erträglich werden. Wir saßen auf großen, bequemen Sitzen und hatten sogar eine Armlehne in der Mitte. Automatikschaltung, elektrische Fensterheber, Getränkehalter, Servolenkung und viel Platz machten einen angenehmen Eindruck auf uns. Die Fahrt zum Hotel, dem „Holiday Inn Hollywood“ dauerte 40 Minuten. Wir verfuhren uns nicht, worauf wir sehr stolz waren. Vor der ersten Fahrt hatten wir große Bedenken gehabt. Wir bekamen ein Zimmer im dritten Stockwerk. Nach unserer Ankunft machten wir uns etwas frisch und gingen gleich auf Erkundungstour. Richtig müde waren wir noch nicht, obwohl es in Deutschland bereits 0:50 Uhr war. Wir waren bis zu diesem Zeitpunkt schon 20 Stunden auf den Beinen. Unser erstes Ziel war der Hollywood Boulevard, der von Touristen gut besucht war. Er war nur eine Straße von unserem Hotel entfernt. Es war total heiß draußen. Gegessen haben wir bei „Mc Donald’s“. Für Stefan gab es Big Mac, Pommes und Coca Cola. Ich hatte ein Chicken-Sandwich, das total lecker war – wie aus der Werbung: …mit knackigem Salat! Im Hotel ging es dann um 18:30 Uhr Ortszeit ins Bett, nachdem wir nun über 28 Stunden wach waren.

Das berühmte Hollywood-Sign in den Bergen

Das berühmte Hollywood-Sign in den Bergen

Montag, 29. 04. 1996
Durch die Zeitumstellung sind wir gegen 0:00 Uhr Ortszeit aufgewacht. Die Zeit war optimal für uns, um in Deutschland anzurufen. Wir erreichten jedoch nur Stefans Großeltern. Gegen 4:30 Uhr sind wir erneut aufgewacht. Stefan quälte bereits ein schmerzhaftes Hungergefühl. Wir sind dann um 5:45 Uhr aufgestanden und haben bei „Burger King“ gefrühstückt. Anschließend haben wir noch etwas beim Mann’s Chinese Theatre am Hollywood Blvd. gefilmt und sind dann mit dem Bus zu den Universal Studios Hollywood gefahren. Eine Bärenhitze machte sich bereits bemerkbar. Zuerst machten wir eine Backlot-Tram-Tour, eine Tour in einer Art offenem Bus. Man fuhr an diversen Filmstudios, sowie an zahlreichen Häuserkulissen vorbei, die in Filmen wie „Zurück in die Zukunft“, „Psycho“ etc. verwendet wurden. Außerdem begegnete man King Kong, der den Tram scheinbar hochhob und kräftig durchschüttelte. Dabei stieß er einige furchterregende, laute Schreie aus. Danach begegneten wir dem Weißen Hai, der neben dem Tram aus dem Wasser schnellte. Weiter ging es über eine einstürzende Brücke und durch einen Ice Tunnel, in dem man glaubte, sich mehrmals mit dem Tram zu überschlagen. Danach machten wir die Back to the Future – Ride. Dort saß man mit bis zu sechs Personen in einem Auto, das sich passend zu dem Dargebotenen auf einer 180° Leinwand bewegte. Man hatte das Gefühl des Dabeisein. Außerdem brachten wir E.T. nach Hause. Man saß mit bis zu neun Personen auf einem Fahrrad und wurde wie in einer Seilbahn durch das Geschehen gefahren. Polizisten versuchten, die Flucht zu vereiteln. Doch als wir E.T. auf seinen Heimatplaneten gebracht hatten, bedankte er sich bei jedem und nannte sogar die Namen seiner Helfer. Dies war möglich, da man bei Betreten des Gebäudes seinen Vornamen nennen mußte, der auf einer Magnetkarte gespeichert wurde. Bei der Backdraft-Attraktion wurde man zuerst darüber informiert, worum es sich bei diesem Feuer überhaupt handelte. Man stand in einer Halle hinter einem Geländer auf einem erhöhten Podest. Im Vordergrund wütete ein großes Feuer, das mehrere Explosionen verursachte und diverse Metallkonstruktionen zusammenbrechen ließ. Zum Schluß brach auch der Boden unter unseren Füßen zusammen – natürlich nur ein kleines Stück. Auf dem Weg zur Waterworld Stuntshow kamen wir an einer Bühne vorbei, wo gerade die Blues Brothers singend und tanzend für Stimmung sorgten. Frankenstein heizte dem Publikum ebenfalls mit einem schrägen Tanzstil ein. Die Waterworld Stuntshow war eine Show verbunden mit vielen Explosionen und gewagten Stunts. Es war inzwischen so heiß geworden, daß wir beschlossen, wieder ins Hotel zurückzukehren. Dort angelangt gingen wir kurz in den erfrischenden Pool und ruhten uns im Zimmer aus. Gegen 17:00 Uhr fuhren wir mit dem Wagen in Richtung Strand. Wir landeten auf direktem Weg am Santa Monica Pier. Dort war auf einem riesigen Holzsteg eine Art Jahrmarkt, der dort jedoch seinen festen Standort hatte. Es gab zwei Riesenräder, sowie diverse Snackbuden. Am Strand gab es einen asphaltierten Weg extra für Radfahrer und Rollschuhläufer. Stefan entdeckte eine Häuserwand, von der er glaubte, sie aus dem Film Species zu kennen. Leider wurde das Gebäude gerade abgerissen. Die Rückfahrt zum Hotel war alles andere als angenehm. Wir verfuhren uns hoffnungslos und landeten in ziemlich üblen Gegenden. Da es bereits dunkel war, hatten wir beide kein gutes Gefühl. Nach etwa 90 Minuten Irrfahrt kamen wir wieder auf den richtigen Weg. Als wir gegen 21:45 Uhr im Hotel ankamen, gingen wir in Richtung Hollywood Blvd. und aßen dort eine riesige Pizza (16 Inch). Wir wollten zunächst jeder (!) eine Pizza bestellen, aber der Mann hinter dem Tresen erklärte, daß eine Pizza für zwei Personen mehr als ausreichend sei. In der Tat schaffte ich meine Hälfte nicht ganz.

Back to the Future Ride in den Universal Studios Hollywood

"Back to the Future Ride" in den "Universal Studios Hollywood"

Dienstag, 30. 04. 1996
In der Nacht wurden wir durch laute Geräusche geweckt. Die Klimaanlage des Hotels, die sich neben dem Pool befand, war anscheinen defekt. Stefan beschwerte sich bei der Rezeption, die sich sofort um die Störung kümmerten. Wir beobachteten von unserem Zimmerfenster zwei Arbeiter, die der Sache auf den Grund gingen. Der Lärm hörte nach 30 Minuten auf. Das Einschlafen fiel uns anschließend jedoch sehr schwer. Früh morgens fuhren wir nach Beverly Hills, einem noblem Stadtteil von L.A. Den Wagen stellten wir im Parkhaus ab und dann sahen wird uns den Rodeo Drive mit seinen edlen Geschäften (Dior, Cartier, Dunhill) an. Da wir nicht gefrühstückt hatten und es gegen 9:00 Uhr ziemlich warm wurde, aßen wir unterwegs Frozen Yoghurt, eine Art Schokoladeneis. Wir bestaunten die Prachthäuser in den Wohngegenden von Beverly Hills und Bel Air. Das eigentliche Ziel war für Stefan jedoch das Planet Hollywood, einer Restaurantkette von Arnold Schwarzenegger, Bruce Willis und Sylvester Stallone. Die Einrichtung der Lokale besteht aus diversen Filmrequisiten. Dort aßen wir dann zu Mittag. Stefan bestellte sich eine Pizza und ich aß Sandwich belegt mit Hähnchenfleisch, Salat, Tomate, Bacon und dazu Pommes. Wir erfrischten uns mit einem köstlichen Erdbeergetränk. Als Souvenirs holte Stefan sich einen Anstecker und eine Baseball-Kappe. Ich suchte mir ein T-Shirt aus. Nachmittags fuhren wir dann mit dem Wagen in die Hügel von Hollywood. Stefan wollte dort so dicht wie möglich ans das berühmte Hollywood-Schild heranfahren. Dies war zunächst nicht so einfach, da man das Schild nicht mehr sehen konnte, sobald man in den Bergen war. Es war jedoch total aufregend, nebenbei die tollen Häuser zu sehen, in denen auch viele Schauspieler wohnten. Nach ungefähr 40 Minuten hatten wir das Schild dann soweit wie möglich erreicht. Auf dem Rückweg machten wir dann noch am Castillo de Largo, dem Haus von Madonna halt. Es glich von außen einer Burg bzw. einer Festung. Im Hotel ruhten wir uns kurz aus und gingen dann zum Hollywood Blvd. und ließen dort den ersten Fotofilm entwickeln. Nach 30 Minuten konnten wir die Bilder bereits abholen! Da der Hotelpool total überfüllt war, beschlossen wir, zum Strand zu fahren. Wir fuhren auf dem Sunset Blvd. dorthin. Es ging vorbei an Beverly Hills und Bel Air. Die Gegend war traumhaft. Am Strand angekommen sahen wir uns den tollen Sonnenuntergang über den Bergen an. Einige Surfer warteten noch im Wasser auf Wellen, obwohl es schon stark dämmerte. Auf dem Rückweg zum Hotel fuhren wir zu Del-Taco, einer mexikanischen Fast-Food Kette. Stefan schwärmte schon seit unserer Ankunft in L.A. von dem Essen und es war wirklich sehr gut.

Castillo del Lago - das Haus von Popstar Madonna

"Castillo de Largo" - das Haus von Popstar Madonna

Mittwoch, 01. 05. 1996
An diesem Tag gab es bereits um 7:00 Uhr Frühstück bei Mc Donald’s. Anschließend fuhren wir über den Hollywood Freeway – 101 und dem Santa Ana Freeway – 5 zum Disneyland. Dort hielten wir uns von 9:00 Uhr bis 16:30 Uhr auf und besuchten mehrere Attraktionen. Beim Indiana Jones Adventure rast man in einem Jeep durch eine Höhle, fährt über eine wackelnde Hängebrücke, wird von einer riesigen Schlange angegriffen und wird von einer überdimensionalen Kugel fast überrollt. Ein toller Spaß! Die Jungle Cruise ist eine Bootsfahrt durch einen Dschungel, man sieht Flußpferde, Elefanten, Indianer, Affen etc. – alles jedoch nur Attrappen. Bei den Pirates of the Caribbean handelt es sich um eine Wasserfahrt durch die Welt der Piraten. Man ist u.a. inmitten eines wilden Schußgefechts zwischen verfeindeten Piraten. Das Haunted Mansion ist ein Geisterhaus, durch das man hindurchfährt und Geister neben einem sitzen. Splash Mountain ist eine rasante Wildwasserbahn in einem Holzstamm. Stefan war vor allem von der Figur Hansi Hase begeistert, der dort allerlei Unfug trieb. Die Disney Railroad war eine Bummelbahn, die einmal um das gesamte Gelände fuhr. Wir fuhren auch mit folgenden Achterbahnen: Matterhorn Bobsteds, eine Achterbahn, die durch einen Gletscher führte. Durch einen Berg ging es bei der Big Thunder Mountain Railroad. Space Mountain war schließlich eine Fahrt durch einen geschlossenen, dunklen Raum. Es wurde der Eindruck vermittelt, durch den Weltraum zu rasen. Die Wartezeiten betrugen überall zwischen 5 und 15 Minuten. Das uns das Indiana Jones Adventure so gut gefiel, fuhren wir zum Schluß noch ca 6 mal hintereinander dort mit. Zu guter letzt sahen wir uns in der Main Street die Disney Parade an. Wir aßen gegen 19:30 Uhr erneut wie am Tag zuvor bei Del-Taco. Danach wollten wir am Hollywood Blvd. entlang gehen. Beim Mann’s Chinese Theatre war der Fußweg abgesperrt und der berühmte rote Teppich ausgerollt. Es fand gerade eine Filmpremiere statt. Wir liefen aufgeregt zum Hotel zurück und holten die Videokamera und den Fotoapparat. Leider waren die Stars, wenn sie denn welche waren, bereits im Filmtheater. Vor dem Kino hatte sich bereits eine größere Anzahl von Limousinen und deren Fahrer angesammelt. Wir warteten zusammen mit einigen anderen Schaulustigen geduldig hinter einer Absperrung bis die Premiere beendet war. Endlich öffneten sich die Türen und die Gäste traten ins Freie. Einige von ihnen steuerten auf die Limousinen zu, mit denen sie dann davonfuhren. Wir haben jedoch nur ein bekanntes Gesicht entdecken können: Damon Wayans. Er war aus den Filmen Last Boys Scout und Bad Boys bekannt.

Disneyworld

"Disneyworld"

Donnerstag, 02. 05. 1996
Gegen 8:00 Uhr sind wir auf der Interstate 5 von L.A. in Richtung San Diego gefahren. Da wir noch nicht gefrühstückt hatten, hielten wir kurz vor San Diego in Oceanside und aßen mal wieder Fast-Food. San Diego erreichten wir gegen 12:00 Uhr. Unser Zimmer im Doubletree war nobel; selbst im Badezimmer hing ein Telefon gleich neben der Toilette! Wir spazierten kurz durch das Horton Plaza, einer Einkaufspassage auf mehreren Etagen. Anschließend fuhren wir zum Point Loma Cabrillo National Monument. Von dort hatte man eine sehr schöne Aussicht auf den Hafen und die Skyline von San Diego. Bevor wir die Aussicht genossen und den kleinen Leuchtturm besichtigten, hatten wir uns den Golden Eagle Passport für 25 $ gekauft. Dieser Pass berechtigt ein Jahr lang zum Eintritt in sämtliche Nationalparks der Vereinigten Staaten. Von dort aus ging es zum Mission Beach. Wir liefen Barfuß am Strand entlang und Stefan wurde beim Filmen von einer hohen Welle überrascht, die ihm bis über die Knie reichte. Am Strand war eine uralte Holzachterbahn, die Stefan unbedingt ausprobieren mußte. In San Diego angekommen steuerten wir das Planet Hollywood an. Auch diesmal verließen wir es nicht ohne Souvenir: Zwei große Cocktailgläser.

Holzachterbahn am Mission Beach bei San Diego

Holzachterbahn am "Mission Beach" bei San Diego

Freitag, 03. 05. 1996
Frühstück gab es heute bei Ingrid’s Cantina, einem netten Restaurant im Gaslamp Quarter. Für jeden gab es French Toast und ein großes Glas Milch. Anschließend fuhren wir zum San Diego Zoo. Dort sahen wir uns u.a. Affen, Schlangen, Krokodile, Elefanten, Eisbären und Schildkröten an. Die Schildkröten waren riesengroß und genossen es, von den Besuchern am Kopf gekrault zu werden. Ihr Hals wurde dabei immer länger. Der Zoo erstreckte sich auf einer riesigen Fläche, so daß man für den Besuch einen Tag einplanen mußte, um alles zu sehen. Die Hitze machte uns jedoch arg zu schaffen, so daß wir nach etwa vier Stunden beschlossen, zum Hotel zurückzufahren. Auf dem Rückweg machten wir noch auf der Halbinsel Coronado halt und liefen etwas am Wasser entlang. Wir sahen uns das aus mehreren Filmen wie „Manche mögen’s heiß“ und „Hart aber herzlich“ bekannte Hotel del Coronada an. Nachdem wir unser Hotel erreicht hatten, aßen wir eine Kleinigkeit bei einem mexikanischen Restaurant ganz in der Nähe. Anschließend gingen wir, da wir noch Hunger hatten, zu Wendy’s um einen Burger zu essen. Dann erfrischten wir uns im Pool. Später schlenderten wir noch durch das Horton Plaza. Im Planet Hollywood kaufte ich mir eine Baseball-Kappe, da ich bereits einen Sonnenbrand auf dem Kopf hatte. Gegen 18:30 Uhr fuhren wir ohne festes Ziel durch die Gegend. Wir landeten erneut am Strand von Coronado. Die Rückfahrt zum Hotel verlief problemlos, obwohl wir ohne Stadtplan fuhren.

Hotel del Coronada

Hotel del Coronada

Samstag, 04. 05. 1996
Nach dem Frühstück bei Mc Donald’s ging es zum Stand von La Jolla, eine Nobelgegend. Teilweise schlugen die Wellen sehr hoch an die Klippen. An einem Strandabschnitt lagen etliche Seehunde faul in der Sonne. Sie wurden lediglich von einer frechen Möwe gestört, die nach ihnen schnappte. Wir hielten uns dort ca. 4 1/2 Stunden auf und fuhren dann zurück ins Hotel, wo wir uns sofort an den Pool legten. Später gingen wir zum Mexikaner essen, dort bestellten wir uns ein großes Menü für wenig Geld. Wir ruhten uns kurz im Zimmer aus und fuhren erneut zum Mission Beach. Dort war aufgrund des Wochenendes der Bär los. Stefan fuhr noch einmal mit der Holzachterbahn. Eine Frau hatte sogar ihre Schlange mitgebracht und zog viele Blicke auf sich. Sie ermunterte Stefan, die Schlange zu streicheln, was dieser dann tat. Als die Sonne unterging, fuhren wir zum Hotel zurück. Stefan sah sich im Fernsehen den Film Batman forever an.

Am Strand von La Jolla

Am Strand von "La Jolla"

Sonntag, 05. 05. 1996
Heute ging es gegen 7:30 Uhr Richtung Palm Springs. Wir befuhren zunächst die Interstate 8, wo wir in dem malerischen Ort Julian kurz anhielten. Dorte konnte man an der Bauweise der Häuser noch etwas vom Wilden Westen erahnen. Von dort befuhren wir die Routen 78, 86 vorbei am Salton Sea. Schließlich landeten wir auf der Route 111, die uns nach Palm Springs führte. Dort suchten wir zuerst das Motel 6 auf, welches Stefan in San Diego vorbestellt hatte. Wir aßen Pizza im Pizza Hut und fuhren dann zum eigentlichen Ziel, dem Joshua Tree National Monument. Bei den Joshua Trees handelte es sich um große Kaktusbäume, die in großer Anzahl beidseitig der Straße standen. Es herrschte Wüstenklima. Teilweise konnte man auf riesigen Felsen herumklettern und hatte hoch oben eine schöne Aussicht bis zu den Bergen, die das Joshua Tree N. M. umschlossen. Wir sahen sogar eine daumengroße Eidechse. Wir befuhren das Joshua Tree N. M. etwa vier Stunden und sahen verschiedene Kaktusarten. Auf dem Rückweg über die Route 62 kamen wir an diversen Feldern mit etlichen Windrädern vorbei. Dort herrschte ein starker Wind, der den Wüstensand gegen den Wagen wehte. Es war von der Akustik wie ein kräftiger Regenschauer zu vernehmen. Gegen 21:00 Uhr erreichten wir das Motel. Dort mußten wir feststellen, daß das morgige Tagesziel, der Grand Canyon, ziemlich weit von Palm Springs entfernt war. Wir stellten uns also auf einen ganzen Tag im Auto ein. Die Vorreservierung im Holiday Inn Express verlief problemlos. Stefan ging noch kurz in den Pool, der aufgrund des späten Abends bereits von unten beleuchtet war. Danach aßen wir im Zimmer, während der Fernseher lief, die Sachen, die wir unterwegs im Supermarkt eingekauft hatten. Stefan hatte sich zwei Maiskolben und ich einen Topf Erdbeeren gekauft.

Abendstimmung im Yoshua Tree National Monument

Im "Joshua Tree National Monument"

Montag, 06. 05. 1996
Das Tagesziel hieß heute Grand Canyon. Der Weg führte von Palm Springs über Indio auf der Route 111 und von dort weiter auf der Interstate 10 nach Blythe, weiter auf der Route 95 nach Needles, von dort auf die Interstate 40 nach Williams und schließlich auf der Route 64 zum Grand Canyon. Insgesamt betrug die Fahrt 419 Meilen / 670 Kilometer! Unterwegs aßen wir zweimal und tankten für ca. 25 $. Die Landschaft war sehr abwechslungsreich. Wir fuhren durch die Berge, teilweise so stark auf und ab sowie kurvig, daß mir etwas flau in der Magengegend wurde. An anderer Stelle sah man links und rechts endlose Steppe. Die Straßen waren wenig befahren und trotz einiger Baustellen schafften wir die Tour in ca. acht Stunden. Stefan sah unterwegs sogar einen Roadrunner über die Straße laufen. Aufgrund der ewigen Weite befürchteten wir, das Hotel nicht mehr rechtzeitig zu erreichen, welches nur bis 18: 00 Uhr für uns freigehalten wurde. Da wir in den Bundesstaat Arizona fuhren, wußten wir nicht, ob die Zeitumstellung uns eine Stunde kosten würde. Dies war jedoch nicht der Fall. Vom Hotel fuhren wir dann zum Grand Canyon, der nur zwei Meilen entfernt war. Auf den einzelnen Parkplätzen herrschte ziemlicher Andrang. Da man sich aber ziemlich weit außerhalb der Sichtplattformen entfernen konnte, verliefen sich die Besucher weitläufig. Wir beobachteten von 18:30 Uhr bis 19:30 Uhr das beeindruckende Farbenspiel der untergehenden Sonne auf den einzelnen Felsen. Die Größe des Canyons war allein schon atemberaubend. Danach besuchten wir das IMAX Theatre, wo der Film „Grand Canyon – The hidden Secret“ auf einer überdimensionalen Leinwand gezeigt wurde. Es handelte von der Geschichte des Canyons und seiner Bewohner ab dem Jahre 1540 bis heute. Die Aufnahmen vermittelten einem das Gefühl, über den Canyon zu fliegen oder bei einem Rafting durch den Colorado River dabei zu sein.

Abendstimmung am Grand Canyon

Abendstimmung am "Grand Canyon"

Dienstag, 07. 05. 1996
Der Tag begann sehr spaßig. Im Holiday Inn Express war das Frühstücksbüffet bestehend aus Cornflakes, Muffins, Bagels, Milch, Saft, Tee, Kaffee und Obst inklusive. Wir waren gleich zu Beginn um 6:30 Uhr dort. Es erwartete uns ein Raum voller Deutscher Touristen, die per Reisebus die U.S.A. erlebten. Als sich jemand an unseren Tisch setzen wollte, wurden wir gleich auf deutsch angesprochen. Stefan fragte sich später, woran wir als Deutsche zu erkennen waren… Um 7:00 Uhr ging es dann in Richtung Moab in den Bundesstaat Utah. Wir befuhren die Routen 64,89 in Richtung Tuba City und von dort die Route 160 bis Kayenta. Auf dem Weg vom Grand Canyon zum Monument Valley N. M. kamen wir an zahlreichen Verkaufsständen der Indianer vorbei. Dort gab es Schmuck und Keramik. Ich kaufte mir dort für 25 $ einen Ring. Weiter ging es auf der Route 163 durchs Monument Valley N. M., durch das wir ca. eine Stunde fuhren und gleichzeitig die gewaltigen Felsblöcke und deren Form bestaunten. Von dort fuhren wir noch ca. drei Stunden bis Moab, wo wir ein Super 8 Motel reserviert hatten. Da wir unterwegs nur an kleinen Ortschaften vorbeikamen, die hauptsächlich aus Tankstellen und Kirchen bestanden, waren wir froh, endlich einen Burger King zu entdecken. Doch die Freude war schnell vorbei, denn zwei Touristenbusse hatten ebenfalls dort angehalten. Wir hätten sicherlich Ewigkeiten warten müssen, um überhaupt die Bestellung aufzugeben. Darum gab es für uns nur Chips während der Fahrt zu essen, die wir unterwegs kauften. Umsomehr freuten wir uns dann in Moab nach einer kurzen Erfrischung im Pool auf das Golden Steak Hause, welches Stefan schon vor einem Jahr mit Nicolas besucht hatte. Es war ein typisches amerikanisches Restaurant ohne lästige Touristen. Wir hatten vorweg einen Salat und als Hauptgericht ein riesiges Stück Steak mit einer Folienkartoffel und als Gemüse warme (!) Salatgurkenscheiben mit Pilzen und Möhren. Es war total gemütlich dort. Stefan bekam dort sein lang ersehntes Glas Milch. Danach fuhren wir kurz zum Arches National Park und sahen uns vom Parkplatz den Delicate Arche an, welchen wir morgen über einen beschwerlichen Weg bzw. Aufstieg aus der Nähe betrachten wollen.

Im Monument Valley

Im "Monument Valley"

Mittwoch, 08. 05. 1996
Da wir den Wecker noch nicht auf Utah-Zeit um eine Stunde vorgestellt hatten, sind wir heute morgen um 7:00 Uhr in aller Hetze durch das Bad gefegt und waren anschließend bei Denny’s zum Frühstücken. Dann ging es zum Arches National Park. Nun kam der von Stefan als sehr anstrengend und schweiß-treibend bezeichnete Aufstieg zum Delicate Arch. Da es jedoch noch so früh und somit recht angenehme Temperaturen herrschten, fiel der Fußmarsch nicht so schwer, wie ich ihn mir vorgestellt hatte. Der Anblick des imposanten Steinbogens aus der Nähe hatte auch ein paar Japaner angelockt, die sich vor dem Felsen per Selbstauslöser fotografierten. Als die Kamera vom Stativ fiel, liefen alle schnell zum Ort des Geschehens und riefen laut durcheinander. Man hörte nur noch: „Oi, oi, oii!!!“ Es war zum Lachen! Anschließend erfrischten wir uns im Pool. Danach ging es zu einem 33 Meilen entfernten Nationalpark namens Canyonlands. In diesem konnte man von verschiedenen Aussichtspunkten auf weitere, tiefe Täler blicken. In diesen Tälern lagen wiederum verschiedenartige Canyons. Diese Canyons beeindruckten nicht nur durch ihre rote Gesteinsart und ihre Vielfältigkeit sondern auch durch die große Anzahl der Canyons in den Tälern. Soweit das Auge reichte, erschlossen sich immer neue Täler mit ihren Canyons. Anschließend aßen wir in Moab bei Pizza Hut. Nach einer kurzen Pause im Motel fuhren wir erneut zum Arches National Park. Wir wollten den anstrengenden Fußmarsch zum Landscape Arch, dem größten, freistehenden Steinbogen bewältigen. Da der Aufstieg als sehr beschwerlich angekündigt wurde, hatten wir sogar eine große Wasserflasche gegen den Durst dabei. Als wir 15 Minuten gegangen waren, kam die Enttäuschung: Der Landscape Arch war bereits zu sehen, jedoch war der weitere Weg aus Sicherheitsgründen abgesperrt. Dort war es in der letzten Zeit zu Steinschlägen gekommen. Stefan tröstete sich damit, daß er die herrliche Aussicht bereits letztes Jahr genossen hatte. Auf der Rückfahrt nach Moab hielten wir noch im City Market. Die Vielzahl der verschiedenen Getränke, Keks- und Eiscremesorten war sagenhaft. Es gab auch ein kleines Regal mit deutschen Artikeln (Dr. Oetker, Pfanni, Knorr etc.). Bei Denny’s aßen wir dann gegen 21:30 Uhr einen Salat und Steak mit Shrimps. Im Motel planten wir die weitere Route für die nächsten Tage. Wir beschlossen, vom Bryce Canyon aus direkt nach Las Vegas zu fahren. Die Zimmerreservierung für Las Vegas war jedoch nicht so einfach, da viele Hotels die Zimmer nur für zwei Nächte vergaben. Als Stefan schon etwas ärgerlicher hierüber wurde, bekamen wir zum Glück noch ein Zimmer für eine Nacht im Days Inn. Allerdings zu einem stolzen Preis von 108 $. Zwischendurch hatte Stefan leichte Verständigungsschwierigkeiten bei der telefonischen Vorbestellung. Als er ein Wort nicht verstand, teilte er dies auf diese Art und Weise mit: „Sorry, I don’t understand das!“

Am Delicate Arch im Arches National Park

Am "Delicate Arch" im "Arches National Park"

Donnerstag, 09. 05. 1996
Nach einem süßen Frühstück (Pancakes mit Erdbeeren und Blaubeeren sowie French Toast) im Golden Steak House fuhren wir um 8:00 Uhr in Richtung Bryce Canyon. Es ging auf der Route 191 nördlich auf die Interstate 70 und von dort weiter auf die Interstate 15 in südlicher Richtung bis Beaver. Dort aßen wir bei Mc Donald’s als wahrscheinlich eine der ersten den neuen Arch Deluxe. Selbst die Bedienung kannte es noch nicht, denn sie fragte einige Gäste, ob er denn schmecken würde. Was daran neu war, kann ich nicht sagen. Es war ein anderes Brötchen und somit wurde es nicht mehr als Hamburger sondern als Sandwich angepriesen. Belegt war das ganze mit Salat, Tomate, Käse, Bacon und dem Fleischklops. Es war auf jeden Fall sehr lecker. Wir haben dort sogar zwei Gutscheine über je einen Arch Deluxe bekommen. Einlösen konnte man diesen, wenn man eine mittlere Cola und eine große Portion Pommes bestellt. Von dort aus war es nicht mehr weit zum Bryce Canyon. Wir befuhren die Interstate 15 südlich bis zur Route 20, dann weiter auf der Route 89 und schließlich die Route 12 bis zum Motel, dem Best Western Ruby’s Inn. Von dort fuhren wir dann in den Bryce Canyon, wo wir einen Aussichtspunkt suchten, von dem aus man in den Canyon hinabsteigen konnte. Der Weg hinab war bereits ziemlich steil. Wir liefen ca. 20 Minuten hinab und mußten dann feststellen, daß der Weg nicht ganz hinab ins Tal führte. Also kehrten wir um und begannen den beschwerlichen Aufstieg, der jedoch überraschend schnell bewältigt war. Auf dem Rückweg zum Motel lief ein Präriehund über die Straße. Dieses Tierchen sah eher einem Erdhörnchen als einem Hund ähnlich. Als wir gemütlich im Motelzimmer saßen, fing es an zu regnen. Der Himmel war an diesem Tag bereits stark bewölkt gewesen, was wir mit Unmut zur Kenntnis nahmen. Die Lobby des Best Western war von der Einrichtung ziemlich abschreckend. Alles war mit Holz vertäfelt und an den Wänden hingen lauter ausgestopfte Tiere. Abendessen gab es im Cowboys Buffett & Steak Room. Für mich gab es eine große Schüssel Salat mit einem kleinen ofenfrischen Baguette, Stefan hatte sich für All you can eat entschieden. Er konnte zwischen diversen Fleischsorten, Gemüse, Salat, Obst, Kuchen und Eis auswählen. Wir waren hinterher so pappsatt, daß wir uns kaum noch bewegen konnten. Zum Glück hatten wir vorher den kurzen Weg vom Zimmer zum Restaurant (ca. 0,1 Meile) mit dem Wagen (!) bewältigt. That’s America! Ein kurzer Verdauungsspaziergang im Bryce Canyon war also angesagt. Wir hielten am Sunset Point und entdeckten einen Wanderweg hinab ins Tal. Es ging serpentinenmäßig bergab. Auf dem Abstieg nahm der Geräuschpegel merklich ab. Bald hörte man nur noch das vereinzelte Zwitschern der Vögel, die in den Bäumen saßen. Wir waren sehr verwundert, daß überhaupt Bäume im Canyon existieren konnten. Die Schluchten waren inzwischen so hoch geworden, daß nur noch wenig Licht zu uns ins Tal gelangen konnte. Besonders schön waren die Felswände, die so geformt waren, daß man glaubte, sich in einer Höhle zu befinden. Zum Glück wagten sich nur wenige hinab und man konnte alles ungestört genießen. Der Aufstieg war später nicht der Rede wert. Wir waren mit unseren Gedanken noch in einer anderen Welt. Danach schrieben wir im Zimmer noch einige Karten an die Daheimgebliebenen.

Der Bryce Canyon

Der "Bryce Canyon"

Freitag, 10. 05. 1996
Es ging bereits um 7:00 Uhr im Bryce Canyon los. Über die Routen 12, 89, 14 in Richtung Cedar City, wo wir dann auf der Interstate 15 Las Vegas erreichten. Die Fahrt war sehr schön, da die Umgebung sich ständig änderte. Pure Natur, die Gegend war kaum besiedelt. Wir sahen sogar zwei Rehe in aller Ruhe am Straßenrand grasen. Teilweise waren wir so hoch in den Bergen, daß wir noch Schnee entdeckten. In St. George hielten wir kurz bei Mc Donald’s zum verspäteten Frühstück. Dort waren einige Sitzplätze in Form von Pferdesätteln gestaltet. In Stefan kam das Kind wieder zum Vorschein und er wollte unbedingt dort sitzen. Da wir aufgrund der erneuten Zeitumstellung eine Stunde gewonnen hatten, kamen wir bereits gegen 11:00 Uhr im Holiday Inn in Las Vegas an. Wir stürzten uns sofort in den riesigen Pool. Es herrschten Temperaturen von 35° C. Danach ging es los in Richtung Las Vegas Boulevard, der Hauptstraße der ansässigen Kasinos. Wir gingen in der brütenden Hitze Richtung MGM-Hotel. In dem großen Kasino verspielten wir an diversen Automaten sofort 15 $. Dann entdeckte Stefan den Theme-Park, ein Vergnügungspark des Hotels mit einer Wasserbahn, die wir sofort testeten. Auf der Fahrt wurde man von diversen Wasserbomben getroffen, die andere Besucher am Automaten gegen ein paar Cents auf uns abfeuern konnten. Es war eine himmlische Erfrischung und jeder hatte seinen Spaß. Die anderen Attraktionen (eine Erdbeben-Simulation, eine Art Space Mountain etc.) waren nicht der Rede wert. Man war in dieser Hinsicht bereits von Disneyland und den Universal Studios zu verwöhnt. Vom MGM Komplex wollten wir zum Excalibur, ein Kasino im Baustil eines Märchenschlosses. Da der Las Vegas Blvd. aus einer einzigen Baustelle bestand und viele Fußwege plötzlich abgesperrt waren, mußten wir viele Umwege in Kauf nehmen. Umsomehr freuten wir uns, als wir das Planet Hollywood im Caesar’s Palace erreichten, wo wir uns mit Pizza-Bred und Salat stärkten. Danach gingen wir kurz an den Pool zurück, was eine Wohltat war und um 20:00 Uhr stürzten wir uns ins bunte Treiben. Uns erwartete bereits das bekannte Lichtermeer, überall blinkte es in allen Farben. Wir steuerten zuerst das Treasure Island an. Dort war von dem Hotel eine tolle Show mit Piraten, die ein Handelsschiff enterten. Es gab eine wilde Schlacht mit feurigen Explosionen auf beiden Schiffen. Das Handelsschiff versank im Meer und der Kapitän blieb während des Untergangs an Bord. Danach zockten wir weiter. Insgesamt verspielten wir 25 $, hatten dafür aber auch ca. 3 bis 4 Stunden Spaß. Der Vulkanausbruch vor dem Mirage war leider defekt. Zum Schluß sahen wir uns noch die berühmten Weißen Tiger von Siegfried und Roy an sowie den wechselnden Himmel im Caesar’s Palace. Um 2:00 Uhr lagen wir dann endlich erschöpft im Bett.

Samstag, 11. 05. 1996
Die Nacht war um 7:00 Uhr beendet, da der Wecker, den wir jedoch nicht gestellt hatten, uns aus dem Schlaf riß. Wir frühstückten und fuhren zunächst in Richtung Death Valley. Es war ziemlich bewölkt, doch als wir dort den Wagen verließen, machte sich augenblicklich die Hitze von ca. 45° C bemerkbar. Die Wüste bestand aus verschiedenen Landschaften, zunächst war es bergig, dann kam eine weite Ebene und schließlich hielten wir an einer Sandwüste. Dort war die Hitze kaum zu ertragen. Den Sand konnte man mit bloßen Händen nicht berühren. Wir hatten eine Wasserflasche dabei gegen den ständigen Durst. Da die Klimaanlage im Wagen nicht mehr gegen die enormen Temperaturen ankam, war unser Trinkwasser ziemlich warm und bot kaum Erfrischung. Auf einer Strecke von 20 Meilen wurde sogar empfohlen, die Klimaanlage zugunsten des Motors auszuschalten. Das war jedoch nicht auszuhalten. Wir waren ziemlich geschafft, auch aufgrund der kurzen Nacht, und konnten es kaum erwarten, in Ridgecrest im Motel 6 anzukommen. Da es durch die Berge ging und somit zahlreiche Kurven und Steigerungen auf dem Weg waren, kamen wir nach unserem Empfinden nur sehr, sehr langsam voran. Kurz vor Ridgecrest war ein Wegweiser, der eine Geisterstadt ankündigte. Wir fuhren voller Spannung die 3 Meilen dorthin und wurden bitter enttäuscht. Die Stadt war ziemlich klein und alles machte den Eindruck, nur für Touristen dort plaziert zu sein. In Ridgecrest angekommen fielen wir kaputt ins Bett. Nach 1 1/2 Stunden erholsamen Schlaf ging Stefan kurz in den Pool und anschließend wuschen wir im Motel einige Sachen. Danach aßen wir bei Mc Donald’s, wo wir unsere Gutscheine für den Arch Deluxe einlösten. Nach dem Essen wollten wir uns die Stadt anschauen, es gab aber nicht viel zu sehen außer diversen Fast-Food Ketten. Eines ließ uns jedoch schmunzeln: so, wie man bei Mc Donald’s im Drive Inn seine Bestellung im Auto aufgibt und das Essen erhält, ohne den Wagen verlassen zu müssen, so gab es auch etwas ähnliches bei einer Bank. Man fuhr mit dem Auto direkt an den Geldautomaten heran und hob sein Geld ab, ebenfalls ohne aussteigen zu müssen! Im Fernsehen lief gerade Lean on me, als wir das Motel erreichten. Diesen Film hatte Stefan bereits während seines letzten Urlaubs mit Nicolas gesehen. Der Film handelte von einem Lehrer, der zunächst Schwierigkeiten mit seinen Schülern hat, sich dann jedoch um deren Probleme kümmert und schließlich von ihnen geliebt wird. Danach sah Stefan sich noch kurz die Videoaufnahmen des heutigen Tages durch den Sucher der Videokamera an. Ich schrieb in dieser Zeit am Tagebuch. Und schon wieder war ein Tag vorbei.

Wasser, wertvoller als Gold im Death Valley

Wasser, wertvoller als Gold im "Death Valley"

Sonntag, 12. 05. 1996
Der heutige Tag war wenig ereignisreich. Von Ridgecrest hatten wir zunächst etwas Mühe, den Weg nach Bakersfield zu finden. Wir befuhren die Route 178 und stoppten kurz am Lake Isabella. Dort stellte Stefan fest, daß die Videokamera nicht richtig funktionierte. Die Kassette hatte an einer Stelle zerknicktes Band. Der Fehler konnte aber schnell wieder behoben werden. Man konnte mit dem Auto direkt am See halten. Einige Motorboote wurden gerade ins Wasser gelassen. Auf der Weiterfahrt ging es dann ca. 20 Minuten so kurvig und hügelig weiter, daß man nur recht langsam fahren durfte. An der Straße tauchten plötzlich hinter einer Biegung Rinder auf. Kurze Zeit später begleitete uns entlang der Straße ein wilder Fluß mit starker Strömung. Auch dort hielten wir kurz an. In Bakersfield angekommen aßen wir bei Carl’s Junior Das Essen, ein Burger, war sehr gut. Dann ging es auf der I 99 weiter bis Selma, wo wir an einem kleinen Einkaufscenter hielten und eine Postkarte kauften, die wir Nicolas schickten. Er war als Austauschschüler eine Zeit in Selma zur Schule gegangen. Bis Fresno, unserem heutigen Tagesziel, war es nicht mehr weit. Dort angekommen suchten wir eine Mall auf, wo wir einen Fotofilm zu Entwicklung brachten. Anschließend entdeckten wir ein Kino. Da es zur Zeit fast unerträglich heiß war, beschlossen wir uns einen Film anzusehen. Wir entschieden uns für den Film Twister. Die Produzenten des Films Jurassic Park und der Regisseur von Speed hatten diesen Film gemacht, was die Erwartungen hochschraubte. Der Film handelte von Wissenschaftlern, die Tornados erforschten. Dabei gerieten sie öfters sehr nahe an einen bzw. In einen Wirbelsturm. Die Tornados waren im Film sehr realistisch umgesetzt worden – tolle Special-Effekte! Anschließend wollten wir etwas aus dem Ort hinausfahren, uns eventuell in die Nähe eines National Parks begeben. Von Fresno aus hatte man die Möglichkeit den Sequoia N.P. oder den Kings Canyon zu besuchen. Die Entfernung war jedoch zu groß, da bereits Abend war. Wir aßen bei Taco Bell und Stefan ging anschließen kurz in den Pool. Danach folgte ein gemütlicher Fernsehabend.

Am Lake Isabella, kurz vor Bakersfield

Am "Lake Isabella", kurz vor Bakersfield

Montag, 13. 05. 1996
Heute war ein rabenschwarzer Tag. Wir hatten uns vorgenommen, die Geisterstadt Bodie zu besuchen, sowie den Yosemite N.P. Auch dieser National Park lag in der Nähe von Fresno. Durch ein Mißverständnis meinerseits fuhren wir zunächst in die verkehrte Richtung. Nach ca. Einer Stunde Fahrt auf der Route 41 erreichten wir den Yosemite. N.P. Dort sahen wir uns einen Wasserfall ganz aus der Nähe an. Das herunterrauschende Wasser hatte den Wanderweg bereits an einer Stelle voll in Beschlag genommen. Man kam nur hindurch, indem man nasse Füße einkalkulierte. Da Stefan in seinen Sandalen Barfuß war, erwischte es ihn besonders hart, denn das Wasser war eiskalt. Am Aussichtspunkt hatte man das Gefühl im Regen zu stehen. Das rauschende Wasser brauste so laut über unseren Köpfen, daß man andere Geräusche kaum noch wahrnahm. Danach fuhren wir ins Tal , dem Yosemite Valley. Dieses Tal war wunderschön grün, umgeben von riesigen Felsen. Zwischen den Bäumen war ein See, über dem Libellen kreisten und einige Enten schwammen. Die vielen Vogelstimmen, die man hier hörte, unterstrichen den friedlichen Eindruck des Tals. Von dort aus fuhren wir auf der Route 120 in Richtung Bodie. Die Straße führte nur in westliche Richtung, obwohl es laut Karte zur Geisterstadt in östliche Richtung hätte gehen müssen. Diese Straße war jedoch nicht zu finden. Das war das erste Rätsel des heutigen Tages. Wir beschlossen, um den Park herumzufahren und dann auf der Route 108 nach Bodie zu kommen. Die Strecke war nicht schnell zu bewältigen, da es immer kurvenreich bergauf und bergab ging. Davon wurde mir bereits nach kurzer Zeit schlecht. Als wir gegen ca. 14.00 Uhr dachten, kurz vor dem Ziel zu sein, war die Straße aus nicht erkennbaren Gründen abgesperrt. Als ging es den ganzen langen Weg wieder zurück. Stefan hatte sich bereits kurz vorher gewundert, warum so wenig Verkehr auf der Straße herrschte. Unsere Stimmung war am Nullpunkt angelangt. Nach meinem Empfinden kamen wir dank Stefans Fahrkünsten auf dem Rückweg um einiges schneller voran. Dies lag sicher auch daran, daß wir die Geschwindigkeitsbegrenzung nicht immer beachteten. Gegen 15.00 Uhr aßen wir kurz bei Taco Bell, denn den National Park hatten wir bereits verlassen. Im Auto hörten wir dann Udo Jürgens mit dem Lied Geradeaus, was an einigen Stellen vom Text her fast zu 90 Prozent unserer Situation entsprach: „Egal wie lang, egal wie weit, den Mut voraus – GERADEAUS! Wenn’s sein muß durch die Hölle geh’n.“ Wir konnten wieder lachen. Im Yosemite N.P. hielten wir uns durch die Fahrkünste einiger „Lahmärsche“ etwas länger auf. Als wir den Park dann endlich hinter uns gelassen hatten, war es bereits 18.00 Uhr geworden. Die Zeit drängte, da wir noch die Fotos in Fresno abholen mußten und nicht wußten, wie lange die Mall geöffnet hatte. Kurz vor Fresno waren Rauchwolken am Himmel zu sehen. Eine riesige Ackerfläche qualmte noch, aber die Feuerwehr hatte den Brand bereits unter Kontrolle. Ein Flugzeug mit Wasserbomben war auch im Einsatz. Unseren Fotofilm hielten wir gegen 19.20 Uhr glücklich in den Händen. Im Motel angekommen, ging Stefan kurz in den Pool. Wir planten dann den weiteren Reiseverlauf. Anschließend fuhren wir noch einmal um den Block auf der Suche nach etwas Eßbarem. Durch Zufall landeten wir bei einem mexikanischen Restaurant namens Baja. Stefan und Nicolas hatten dort letztes Jahr ebenfalls gegessen. Die Gerichte waren sehr lecker und im Verhältnis zum Bremer Mexikaner Mexcal preiswerter und abwechslungsreicher.

Der Yosemite National Park

Der "Yosemite National Park"

Dienstag, 14. 05. 1996
Heute ging es ohne Frühstück auf der Route 99 in Richtung Sacramento, der Hauptstadt Californiens. Die Fahrtzeit betrug lediglich 2,5 Stunden. Bereits in Fresno waren schwere Regenwolken aufgezogen, die die Sonne kaum noch durchließe. Dies sollte auch den Rest des Tages so bleiben. Zwischendurch gab es auch einige Regenschauer. Wir freuten uns auf ein Mittagessen im Planet Hollywood. Doch leider gab es dieses Restaurant nicht in dieser Stadt. So mußten wir auf Del Taco ausweichen. Wir entdeckten das Plaza, eine sehr schöne Mall, ähnlich gestaltet wie das Horton Plaza in San Diego. Dort bummelten wir ziemlich lange. Wir gingen auch nach Old Sacramento, was gleich in der Nähe lag. Hierbei handelte es sich um eine Art Westernstadt aus der Zeit um 1860. Es gab dort hauptsächlich Restaurants und Tingeltangel-Läden . Sogar Fast-Food-Ketten waren vertreten. Es gab auch eine alte Eisenbahn namens Santa Fe, die heute noch auf einer Strecke von 3 km in Betrieb ist. Außerdem gab es am Anlegeplatz einen alten Raddampfer. Wenn die Autos hier nicht gewesen wären, hätte man sich in eine andere Zeit versetzt gefühlt. Aber auch so war alles sehr nett gestaltet. Wieder beim Plaza angelangt tranken wir ein Bier in einer Gasthausbrauerei. Wir wählten aus mehreren Biersorten ein Bier aus, welches uns sehr gut schmeckte. Danach fuhren wir kurz ins Motel 6 zurück um uns etwas auszuruhen. Danach fuhren wir mit dem Auto durch die Gegend. Wir landeten schließlich wieder in Downtown und gingen erneut durch das Plaza und Old Sacramento. Anschließend suchten wir eine Mall außerhalb des Stadtkerns auf. Danach fuhren wir einige Querstraßen weiter zu Sizzler’s. Dort bestellten wir uns Salad-Bar -All you can eat. Es gab tolle Nudelsalate, viel Gemüse, Chickenwings, Tacos, Obst, Dessert, Kuchen, Eis… Das Eis konnte man u. a. mit Smarties garnieren, was wir auch ausgiebig taten! Nach dem Essen ging es zurück ins Motel. Es war wirklich bewundernswert, wie toll sich Stefan in den vielen Städten mit dem Wagen zurechtgefunden hat.

Eine Erfrischung im "Plaza" in Sacramento

Mittwoch, 15. 05. 1996
Nach dem Aufstehen fuhren wir auf der Interstate 80 in Richtung San Francisco. Kurz vor San Francisco fing es an zu regnen. Unser vorgebuchtes Super 8 Hotel fanden wir ohne Probleme. Wir gingen nach Bezug unseres Zimmers zur Market Street, einer Hauptstraße mit diversen Geschäften. Dort aßen wir mal wieder im Planet Hollywood. Da der Regen nicht nachließ, kauften wir uns einen großen, bunten Regenschirm. Wir bummelten noch durch einige Geschäfte und hielten danach im Hotel einen netten Mittagsschlaf von ca. 2,5 Stunden ab. Später liefen wir im strömenden Regen erneut zur Market Street und kauften uns ein Ticket für die Cable Car. Dieses Ticket kostete 10 $ und war für drei Tage gültig. Wir fuhren zur Fisherman’s Wharf. Dort in der Nähe aßen wir im Little Rio. Stefan war letztes Jahr bereits mit Nicolas dort gewesen. Danach spazierten wir durch das bunte Treiben der Fisherman’s Wharf. Wir gingen zunächst in ein „Horrorkabinett“. Es ging durch dunkle Gänge vorbei an Darstellungen der furchtbarsten Folterszenen. Die Wachsfiguren sahen schrecklich und echt aus. Begleitet wurde die von unheimlicher Musik. Daß wir die einzigen Besucher waren, machte die Sache nicht angenehmer. Ich war froh, als ich wieder auf der belebten Straße stand. Dann hatten wir unseren Spaß in zwei Tourborides (Alien, Dinosaur Island). Dies ähnelte der Ride von Back to the Future in den Universal Studios. Wir sahen uns danach die Seelöwen am Pier 39 an. Schon von Weitem war das Geheule der Tiere zu hören. Sie lagen dicht aneinander auf mehreren schwimmenden Holzflößen und krakelten herum. Anschließen fuhren wir mit der Cable Car zurück zum Hotel.

Donnerstag, 16, 05. 1996
Gegen 6.00 Uhr bemerkte Stefan, daß es nicht mehr regnete. Also hieß es: Zeit zum Aufstehen! Wir fuhren mit dem Bus, denn auch dafür galten unsere Tickets, in Richtung Lombard Street. Im International House of Pancakes gab es dann Frühstück. Danach, es hatte zwischenzeitlich schon wieder stark geregnet, gingen wir gestärkt am Wasser entlang zur Cable Car. Wir fuhren nach China Town, wo es hauptsächlich Souvenirs zu kaufen gab. Von dort aus gingen wir zum Port of San Francisco. Von einem Steg, der recht weit aufs Wasser führte, hatte man einen sehr schönen Ausblick auf den Hafen und die Oakland-Bridge. Danach sahen wir uns erneut die lustigen Seelöwen am Pier 39 an. Heute wimmelte es dort von Touristen, denn das Wetter hatte sich etwas gebessert. Danach überlegten wir, schon einen Tag eher abzureisen, da wir bereits sehr viele Sehenswürdigkeiten abgeklappert hatten. Wir fuhren zurück zum Hotel und beschlossen dort, mit dem Auto zur Golden Gate Bridge zu fahren. Dort angekommen liefen wir zunächst zu Fuß über die Brücke. Dort oben war es total windig und die Größe der Brücke war sehr eindrucksvoll. Kurz bevor wir das Ende der Brücke erreicht hatten, kehrten wir zum Auto zurück. Auch auf dem Rückweg beeindruckten uns die Konstruktionen der Brücke. Dann überquerten wir die Brücke mit Auto. Stefan entdeckte eine tolle Straße, von der aus man auf einen Berg gelangte. Von diesem Berg aus, dessen Gipfel in die Wolken ragte, hatte man einen sehr guten Ausblick auf die Golden Gate Bridge. Wir filmten und fotografierten. Im Hotel angekommen, beschlossen wir, am nächsten Tag nach Reno zu fahren. Wir konnten unser Hotel problemlos einen Tag früher kündigen. Danach gingen wir ins Hard Rock Cafe, denn uns quälte der Hunger. Es war das erste Mal, daß wir diese Restaurantkette besuchten. Es gefiel uns dort ganz gut, doch insgesamt gesehen würden wir immer das Planet Hollywood vorziehen. Wir kauften uns dann jeder noch eine Levis, die hier fast um die Hälfte billiger waren als in Deutschland. Außerdem kauften wir zwei Laserdisc’s (Kids, Lean on me) bevor wir zum Hotel zurückkehrten.

Die Golden Gate Bridge in San Francisco

Die "Golden Gate Bridge" in San Francisco

Freitag, 17. 05. 1996
Wir saßen kurz nach 7:00 Uhr bereits im Wagen und waren auf dem Weg nach Reno. Es ging auf der Interstate 80 den ganzen Weg über Sacramento bis Reno. Kurz vor Sacramento aßen wir erneut beim International House of Pancakes. Der weitere Weg war nicht so schön. Es ging immer höher die Berge hinauf. Es regnete sich so richtig ein. Die Sicht wurde immer schlechter, es erschien uns stark nebelig. Als wir die Lüftung im Wagen für die Frontscheibe richtig einstellten, sah die Welt nach kurzer Zeit auf einmal viel freundlicher aus! Die Frontscheibe war nur beschlagen gewesen. Dies änderte jedoch nichts daran, daß es in den Bergen unaufhörlich regnete und sogar schneite. Als wir die Berge hinter uns gelassen hatten, erreichten wir Reno. Hier war das Wetter ohne Regen trotz einiger Wolken viel angenehmer. Wir kamen gegen 13:00 Uhr an unserem vorgebuchten Motel 6 an. Die Angestellte, die an der Rezeption saß, hatte offensichtlich von Nichts eine Ahnung, denn sie konnte uns angeblich noch keinen Zimmerschlüssel aushändigen. Wir sollten um 14:00 Uhr zurückkommen. Da man gewöhnlich erst ab 15:00 Uhr einchecken kann, war dies nicht ungewöhnlich, kam jedoch für uns zum ersten Mal auf dieser Reise vor. Wir sahen uns Reno bzw. ein Kasino genauer an. Nachdem wir dort 10 $ verspielt hatten, kehrten wir zurück zum Motel. Doch diesmal wurden wir auf 15:00 Uhr vertröstet. Wir nutzen die Zeit und aßen im Planet Hollywood. Als wir dann gegen 15:30 Uhr wieder am Motel ankamen, warteten dort bereits mehrere Personen. Als wir schließlich unser Zimmer betraten, hatten wir wieder einen Grund zur Ärgernis – wir hatten ein Raucherzimmer bekommen. Der ganze Raum stank nach kaltem Qualm. Wir konnten das Zimmer tauschen und starteten dann wieder in Richtung Zentrum. Wir verspielten ca. 15 $ und fuhren dann zu Mc Donald’s. Dort lösten wir unsere letzten Gutscheine ein. Für ca. 4,50 $ bekamen wir zwei Arch Deluxe, zwei mittlere Cola und zwei große Portionen Pommes. Wieder im Motel angekommen, stürzte Stefan sich auf den Fernseher und ich schnappte mir ein Buch. Da Reno nicht so gewaltig bzw. spektakulär wie Las Vegas war, wollten wir nicht mehr zu den Kasinos zurück. Telefonisch buchten wir ein Motelzimmer in Bishop. Dieser Ort lag in südlicher Richtung und in der Nähe von Bodie!

Samstag, 18. 05. 1996
Stefan war heute bereits um 5:00 Uhr im Badezimmer! Um 6:00 Uhr waren wir dann startbereit. Es ging auf der Route 395 in Richtung Bodie. Diesmal fanden wir die im Reiseführer als Geheimtip geführte Geisterstadt! Sie lag in ziemlicher Höhe umgeben von teilweise noch schneebedeckten Berggipfeln. Wir hielten uns dort von 9:30 Uhr bis 11:00 Uhr auf. Die Sonne schien, doch es wehte ein kühler Wind, der sich hier oben recht unheimlich anhörte. Zum Glück waren noch nicht sehr viele Touristen dort. Wir konnten uns in aller Ruhe in der Geisterstadt umsehen. Wir gingen durch die Straßen und sahen uns die vielen Häuser an. Auf einer Anhöhe, am Rande der Stadt, war eine Goldmine. Dies war damals der Grund für die Entstehung von Bodie. Über 60 Häuser zählten zur Geisterstadt, die im 18. Jahrhundert entstand. Viele der Häuser, darunter eine Kirche, waren in gutem Zustand. Früher galt Bodie als rauhes Pflaster, da dort fast jeden Tag ein Mord geschah. In der Stadt lief uns öfters eine süße Katze über den Weg, die sich auch von uns streicheln ließ. „Was Tommy jetzt wohl macht?“ mußte ich da denken. War es in Reno morgens noch bitterkalt gewesen (6° C), so war es in Bishop angenehm warm. Da wir dort bereits um 12:30 Uhr ankamen und der Ort von Touristen überlaufen war, beschlossen wir, das vorbestellte Motel dort zu stornieren und weiter in Richtung Los Angeles zu fahren. Wir reservierten an einem öffentlichen Telefon ein Zimmer in Ridgecrest in einem Motel 6. Auf dem Weg dorthin rasteten wir kurz in einem Ort namens Lone Pine. Dort wehte ein starker, warmer Wind. Dieser bescherte uns jedoch nur eine kleine Erfrischung, da die Temperatur bereits auf 30° C angestiegen war. Wir setzten uns beim Information Center auf eine Bank und genossen das schöne Wetter, welches wir schon seit einigen Tagen stark vermißt hatten. In Ridgecrest bekamen wir durch Zufall genau dasselbe Zimmer wie bereits beim letzten Mal. Aufgrund des guten Wetters machten wir es uns am Pool bequem. Nach ca. 45 Minuten fuhren wir zum Abendessen zu Sizzler’s. Dort gab es für uns wieder das leckere Salad Bar-All you can eat. Wieder beim Motel angekommen, vergaßen wir, den Schlüssel vom Zündschloß des Wagens abzuziehen, bevor wir den Wagen verriegelten. Stefan rief beim AAA, der mit dem ADAC kooperierte, an. Nach 15 Minuten war bereits Hilfe da. Der Mechaniker hatte die Zentralverriegelung binnen weniger Sekunden mit einem einfachen Draht entriegelt. Da Stefans Mitgliedschaft beim ADAC anerkannt wurde, brauchten wir nichts zu zahlen. Aufgrund des guten Wetters beschlossen wir, morgen nach Los Angeles zu fahren und dort für die restlichen Urlaubstage zu bleiben. Wir buchten uns im Travelodge ein.

Bodie, die wohl beste Ghost Town der U.S.A.

Bodie, die wohl beste Ghost Town der U.S.A.

Sonntag, 19. 05. 1996
Bereits um 6:30 Uhr waren wir auf dem Weg nach Los Angeles. Es ging über die Routen 178, 14 und der Interstate 5. Die Strecke war schnell geschafft. In Los Angeles angekommen, fuhren wir zuerst zum Santa Monica Beach. Der Himmel war wolkenfrei und wir liefen barfuß am Strand entlang. Im Wasser waren sogar einige Delphine zu beobachten. Es herrschte eine recht starke Brandung, die uns sehr viel Spaß brachte. Auf dem Rückweg zum Auto war der Sand bereits so heiß, daß man mit bloßen Füßen nicht lange auf einer Stelle stehenbleiben konnte. Gegen 12:00 Uhr fuhren wir zum Travelodge, in der Nähe des Hollywood Blvd. Stefan ging zunächst zum Friseur, während ich im Zimmer wartete und las. Als er nach ca. einer Stunde kurzgeschoren zurückkehrte, gingen wir zunächst an den Pool. Nach einer weiteren Stunde aßen wir kurz bei Burger King und fuhren dann zum Venice Beach. An der Strandpromenade, dem Ocean Front Walk, herrschte Hochbetrieb. Neben vielen Straßenmusikern und auch solchen, die sich dafür hielten, gab es auch viel Verrücktes zu sehen. Jemand hatte Papageie, einen Leguan und eine Schlange mitgebracht. Mit den Tieren konnte sich, natürlich gegen Bezahlung, fotografieren lassen. Massagen und Handlesen wurden ebenfalls an diversen Ständen angeboten. Ein Contergan-Opfer mit verkrüppelten Armen und ohne Beine stellte seine Tanzkünste der Menge vor. Am Muscle-Beach übte sich ein älterer Mann mit Hanteln. Nach ca. zwei Stunden fuhren wir weiter in Richtung Costa Mesa, einem Stadtteil von Los Angeles. Dort aßen wir im Planet Hollywood. Die Rückfahrt dauerte ca. 70 Minuten, doch für Planet Hollywood war uns bisher kein Weg zu weit gewesen!

Spaß mit der Brandung am Beach von Los Angeles

Spaß mit der Brandung am Beach von Los Angeles

Montag, 20. 05. 1996
Nach dem Frühstück bei Burger King fuhren wir zum Vergnügungspark Six Flags Magic Mountain. Da der Park erst um 10.00 Uhr öffnete und wir bereits gegen 8.00 Uhr dort ankamen, hatten wir eine lange Wartezeit. Der Park bot hauptsächlich diverse Achterbahnen. Stefan wagte zuerst Batman – The Ride. Die Gondeln dieser Achterbahn waren so gestaltet, daß die Beine frei nach unten hingen. Der Parkour enthielt mehrere Loopings und spiralförmige Läufe. Da die Wagen nicht auf Schienen fuhren, sondern an ihnen aufgehängt waren, hatte man aufgrund der ungewohnten Beinfreiheit ein merkwürdiges Fahrgefühl. Wir fuhren danach in der bekannten Riesenachterbahn Colossus. Es gab keine Loopings. Der Nervenkitzel bestand aus den Schußfahrten, die es jedoch in sich hatten, da es sehr steil bergab ging. Diese Achterbahn war ungewöhnlich lang und bei großem Andrang konnten die Wagen zweigleisig fahren. Heute herrschte jedoch kein zu großer Andrang auf den Park. Dies war natürlich sehr angenehm. Stefan probierte alles aus. In einer Attraktion klebte er in einer sich schnell drehenden Trommel an der Wand, während der Boden unter seinen Füßen heruntergefahren wurde. Die Wartezeiten waren nur beim Rafting enorm lang. Dort saßen wir mit zehn anderen Personen angeschnallt in einem Reifen und rauschten durch das wilde Wasser. Es machte riesigen Spaß, obwohl man hinterher klatschnaß war. Bei dem sehr heißen Wetter war uns die Abkühlung jedoch sehr willkommen. Der Park schloß um 18.00 Uhr und bereits gegen 17.00 Uhr merkte man, daß es leerer wurde. Zum Schluß fuhr Stefan 30 Minuten ohne Unterbrechung in der Achterbahn Psyclon, die ähnlich gestaltet war wie Colossus. Als wir um 19.00 Uhr wieder im Motel waren und uns frisch machten, bemerkte Stefan, daß er blaue Flecke am Rücken und am Arm davongetragen hatte. Beim Fahren hatte er dies allerdings nicht bemerkt. Wir bummelten dann noch über den Hollywood Blvd. Und kauften am Man’s Chinese Theatre Kinokarten für die Vorpremiere des Films Mission: Impossible mit Tom Cruise. Diese Vorstellung beginnt morgen um 19.30 Uhr. Als wir zur Ruhe kamen, merkten wir, daß uns der Park ziemlich geschafft hatte.

Die Spuren vom Tag in Six Flags Magic Mountains

Die Spuren vom Tag in "Six Flags Magic Mountain"

Dienstag, 21. 05. 1996
Nach einem leckeren Frühstück im International House of Pancakes fuhren wir in Richtung Downtown und stöberten durch eine Mall. Von dort aus fuhren wir danach in Richtung Malibu. Doch der Strand dort war enttäuschend. Überall waren Privatwege und Strände, die man nicht betreten durfte. Wir fuhren ein Stück auf dem Highway 1 und kehrten dann zurück zum Santa Monica Beach. Die Zeit verging rasend schnell. Auf der Rückfahrt zum Motel aßen wir im Dive! , dem Restaurant von Steven Spielberg. Es sah von außen und innen aus wie ein U-Boot. Stefan hatte einen Salat mit großen Shrimps und ich bestellte mir einen Obstsalat. Um 17.00 Uhr erreichten wir das Motel. Dort ruhten wir uns kurz aus. Um 18.15 Uhr kamen wir dann beim Man’s Chinese Theater an. Obwohl der Film erst um 19.30 Uhr begann, warteten bereits viele Leute vor dem Kino. Später saßen wir, wie richtige Amerikaner, mit Cola und Popcorn im Kino und warteten auf den Beginn der Vorstellung. Der Film hatte uns sehr gut gefallen, obwohl wir nicht alles ganz genau verstanden hatten.

Manns Chinese Theatre in Hollywood

"Mann's Chinese Theatre" in Hollywood

Mittwoch, 22. 05. 1996
Heute fuhren wir erneut zum Freizeitpark Six Flags Magic Mountain, da es uns dort so gut gefallen hatte. Wir waren sehr mutig und wagten zwei Fahrten im Colossus im ersten Wagen ganz vorne. Die Schußfahrt war mit offenen Augen kaum zu ertragen. Hinter uns verlor jemand sein Handy dabei, das er sich zuvor in die Brusttasche seines Hemdes gesteckt hatte. Diesmal wagte ich mich auch in die Revolution. Diese Achterbahn beinhaltete auch einen Looping, der mich zuvor von der Fahrt abgehalten hatte. Beim Rafting sind wir diesmal von den tückischen Wasserwogen einigermaßen verschont geblieben. Stefan fuhr auch heute zum Abschluß wieder sehr oft mit der Psyclone. Dieser Tag war wieder sehr anstrengend und ermüdend. Als wir gegen 19.00 Uhr wieder am Motel, der Travelodge , eintrafen, räumten wir schon einmal den Wagen aus. Es hatten sich dort im Verlauf der Reise viele Sachen angesammelt. Außerdem errechneten wir die von uns gefahrene Kilometerzahl. Wir kamen auf 5092 Meilen (8147 Kilometer). Diese Strecke bewältigen wir in Deutschland noch nicht einmal in einem ganzen Jahr. Gegen 20.00 Uhr gingen wir zum Abendessen ins International House of Pancakes. Zum ersten Mal probierten wir in dieser Restaurantkette das Abendessen aus. Stefan bestellte sich ein T-Bone Steak, Salat, Pommes und Shrimps. Dazu nahm er eine gebackene Kartoffel. Ich hatte Spaghetti, Knoblauchbrot, Salat und Chicken mit Käse überbacken. Anders als das Frühstück war das Esssen hier nicht besonders gut. Ich konnte es essen, Stefan hingegen hatte mit seinem Stück Fleisch zu kämpfen. Seine Shrimps glichen denen von Mc Donald’s, das Steak war ziemlich zäh und erinnerte vom Geschmack an Leber! Wir hatten zum Essen auch jeder zwei große Gläser Milch bestellt. Als wir das Lokal verließen waren wir pappsatt und konnten uns kaum bewegen. Nur der Gedanke an Essen löste in uns eine neue Welle der Übelkeit aus. Zum Glück waren es nur wenige Schritte bis zu unserem Motel, wo wir jammernd ins Bett rollten.

Batman - The Ride in Six Flags Magic Mountain

"Batman - The Ride" in "Six Flags Magic Mountain"

Donnerstag, 23. 05. 1996
Wir schliefen bis 7.30 Uhr. Ganz in Ruhe machten wir uns im Bad fertig. Stefan machte noch einige Videoaufnahmen und Fotos am Hollywood Blvd. Anschließend brachten wir noch einen Fotofilm zur Entwicklung und kauften für Daniel einige Getränke in Dosen, die es in Deutschland nicht gab. Als wir unsere Koffer packten bemerkten wir, daß sich sehr viel angesammelt hatte: Hosen, Gläser, Getränkedosen, Becher, etc. Zum Glück konnten wir alles problemlos unterbringen. Da wir noch etwas auf den Film warten mußten, sahen wir noch einmal zum Hollywood Blvd. Hinüber. Anschließend gab es ein letztes Frühstück im International House of Pancakes. Um 11.45 Uhr fuhren wir, die Sachen waren im Wagen verstaut, zum Flughafen. Den Mietwagen konnten wir dort ohne Probleme abgeben. Die Rückgabe war sehr gut organisiert! Man wurde gleich auf dem Grundstück der Mietwagenfirma Hertz einem Parkplatz zugewiesen. Eine nette Angestellte notierte sich kurz einige Daten in ihrem tragbaren Computer und die Abgabe war beendet. Ein Bus fuhr uns und unser Gepäck direkt zur Abflughalle von Lufthansa. Da wir noch zwei Stunden Zeit hatten, nachdem wir unsere Tickets erhielten, warteten wir draußen auf einer kleinen Rasenfläche. Dort genossen wir die letzten Strahlen der kalifornischen Sonne. Stefan kaufte von unseren letzten Dollars für jeden noch ein Eis. Das Flugzeug startete mit 30 Minuten Verspätung aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens. Trotzdem erreichten wir nach einem schönen Flug Frankfurt pünktlich um 11.00 Uhr Ortszeit. Der Flug war nicht sehr anstrengend gewesen. In Frankfurt mußten wir noch zwei Stunden auf den Weiterflug nach Bremen warten. Dieser Flug dauerte etwa 40 Minuten. In Bremen angekommen war mir ziemlich schlecht. Als wir von der Maschine zur Flughafenhalle gingen, entdeckten wir auf der Besuchertrasse Stefans Vater! Seine Eltern hatten vor uns abzuholen. Eine gelungene Überraschung nach einem sehr schönen und interessanten Urlaub.

Geschrieben von Simone Wulf

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