U.S.A. – Der Westen vom 22. 04. bis 21. 05. 1995

Nicolas schläft auf dem Hinflug

Nicolas schläft auf dem Hinflug

Samstag, den 22.04.1995
Heute sind wir bereits um 5.00 Uhr aufgestanden. Nicolas, der bereits gestern in Bremen angekommen war, hatte im Gästezimmer bei Mama und Papa geschlafen. Um 5.45 Uhr trafen wir uns alle zum gemeinsamen Frühstück. Es war im Wohnzimmer gedeckt. Brötchen, Brot, Eier, Marmelade – es war an alles gedacht worden. Nach dem Frühstück brachten uns dann Papa und Simone gegen 6.30 Uhr zum Flughafen. Unser Flug nach Frankfurt ging planmäßig um 7.55 Uhr. Wir flogen mit Lufthansa, da wir mit dieser Fluggesellschaft bereits gute Erfahrungen gemacht hatten. In Frankfurt stellte sich dann heraus, daß für Nicolas der Weiterflug nach Chicago nicht gebucht war. Wir ließen diesen Fehler beseitigen und flogen um 10.20 Uhr von Frankfurt los. Eigentlich hatten wir Plätze am Notausgang mit viel Beinfreiheit gebucht. Alles was wir nun bekamen, war eine gute Aussicht auf diese Plätze in einer Sitzreihe dahinter. Der Service und das Essen an Bord war gut. Nicolas verteilte den Salat, der kleine Schafkäsewürfel enthielt, gleichmäßig auf seinem Oberhemd. Leider konnten wir den Film „Quiz Show“, der während des Flugs gezeigt wurde, nicht verfolgen, da von unserem Platz die Sicht auf die Leinwand versperrt war. Aber diesen Film kannten wir ja bereits. Um 12.25 Uhr Ortszeit, nach 8,5 Stunden Flugzeit, kamen wir in Chicago an. Die Einreise in die U.S.A. ging sehr schnell und ohne Zwischenfälle über die Bühne. Die zwei Stunden Aufenthalt nutzten wir zum Filmen und Ausruhen. Wir hatten uns jeder vor kurzer Zeit eine neue Videokamera gekauft, um diesen Urlaub in bewegten Bildern festhalten zu können. Durch Zufall hatten wir beide die gleiche Kamera ausgewählt, die uns sehr gute Dienste leistete. Wir sahen uns auch auf dem sehr schönen Flughafen um. Wir beschlossen von allen größeren Städten, die wir auf dieser Reise besuchten, kleine Anstecknadeln als Andenken zu kaufen. Von Chicago kauften wir hier zwei Stück. An unserem Flugschalter konnte man sich an einem Getränkeautomat kostenlos mit Limonade und Fruchtsaft erfrischen. Vor dem Weiterflug nach San Diego rief ich noch mit meiner neuen Telefonkarte bei Simone an. Ich teilte ihr mit, daß wir gut, wenn auch etwas müde, in den U.S.A. angekommen waren. In Deutschland war es gerade 21.00 Uhr. Wir flogen dann um 15.15 Uhr in Richtung San Diego. Diesmal hatten wir zwei schöne Plätze am Notausgang mit der erwünschten Beinfreiheit. Bereits aus dem Fenster sahen wir während des Fluges schneebedeckte Berge und Wüstenlandschaften. Nach 4 Stunden Flugzeit und einem sehr guten Essen landeten wir um 17.30 Uhr Ortszeit in San Diego. Bereits bei der Landung sahen wir, daß dies eine sehr schöne Stadt war. Am Flughafen nahmen wir unser Gepäck in Empfang und wurden mit einem Bus zu unserem Mietwagen gefahren. Der Wagen war ein roter Honda-Acord. Ein sehr schönes Fahrzeug. Auch unser bereits gebuchtes Hotel, das „Doubletree Horton Plaza“, war sehr schön. Wir hatten ein Zimmer mit zwei großen Betten, Schreibtisch, Sessel, TV und ein geräumiges Bad. Das Hotel lag am Broadway gleich gegenüber vom „Planet Hollywood“ und einem Shopping-Center, dem „Horton Plaza“. Wir parkten unser Auto in der Garage des Hotels. Nach dem Einchecken wollten wir dann noch etwas essen. Die Wärme und unsere bereits sehr müden Knochen machten uns zu schaffen. Wir fanden ein mexikanischen Restaurant. Für etwa 5 $ bekamen wir ein tolles Abendessen. Man konnte seinen Becher immer wieder neu mit Limonade auffüllen, was bei dem recht scharfen Essen gut war. Nach dem Abendessen, wir waren bereits 24 Stunden auf den Beinen, fielen wir dann gleich ins Bett und freuten uns auf den ersten, richtigen Urlaubstag!

Das "Horton Plaza" in San Diego

Das "Horton Plaza" in San Diego

Sonntag, den 23.04.1995
Heute war Sonntag. Gegen 8.00 Uhr waren wir bereits geduscht und angezogen. Draußen war blauer Himmel und strahlender Sonnenschein. Wir suchten uns im „Gaslamp Quarter“ einen sehr schönen Platz zum Frühstücken. In „Ingrid’s Kantina“ suchte Nicolas sich Pancakes mit Sirup und Milch aus. Ich wählte „Egg’s Benedict“ und Tea. Es war sehr angenehm draußen an der warmen Morgenluft zu frühstücken. Danach sahen wir uns das „Horton Plaza“ an. Dies ist ein Einkaufszentrum mit sehr vielen Geschäften auf fünf Ebenen, teilweise nicht überdacht. Dazwischen waren auch viele Cafes und Restaurants. Wir sahen uns hier etwa zwei Stunden um. Dann beschlossen wir, uns den „San Diego Zoo“ anzusehen. Mit dem Auto fuhren wir dorthin. Obwohl heute Sonntag war, war es im Zoo nicht übermäßig voll. Wir konnten uns alle Tiere in Ruhe ansehen. Alle Gehäge waren in gutem Zustand und der Besuch machte uns viel Spaß. Mit der Zeit war es sehr warm geworden. Nicolas hatte bereits nach wenigen Stunden einen Sonnenbrand im Gesicht. Gut, daß unser Auto eine Klimaanlage hatte. So konnten wir auch den Verkehrsstau ertragen, in den wir auf dem Rückweg gerieten. Als wir den Wagen dann wieder in der Garage hatten, kauften wir im „Horton Plaza“ jeder eine Anstecknadel von San Diego und andere Kleinigkeiten. Danach suchten wir den Hotelpool auf, der allerdings keine große Erfrischung bot. Das Wasser war beheizt oder hatte sich durch die Sonne stark erwärmt. Nach dem Bad fuhren wir zum Strand, um den Sonnenuntergang zu genießen. Hier waren viele Feuer angezündet und einige Surfer nutzen die Brandung zum Wellenreiten. Als wir wieder am Hotel waren, gingen wir noch ins „Planet Hollywood“ zum Abendessen. Wir wählten jeder einen Cheeseburger mit Pommes Frites und Salat. Als Getränk wählten wir den Fruchtcocktail „Pretty in Pink“. Danach begaben wir uns nach einem ereignisreichen Tag ins Bett.

Flamingos im San Diego Zoo

Flamingos im "San Diego Zoo"

Montag, den 24.04.1995
Heute sind wir bereits um 6.00 Uhr aufgestanden, da wir nicht mehr schlafen konnten. Ich bin erstmal zum Pool gegangen , während Nicolas im Bad war. Gegen 8.00 Uhr waren wir wieder bei „Ingrid’s Kantina“ zum Frühstück. Nicolas wählte French Toast und ich Pancakes. Nach dem Frühstück fuhren wir zum „Point Loma“. Von diesem Punkt hatte man eine sehr schöne Aussicht auf San Diego. Danach wollten wir nach „Sea World“ fahren. Leider stellten wir nach Bezahlen von 5 $ Parkgebühren fest, daß der Eintritt 28 $ pro Person kosten sollte. Dies hielten wir für zu teuer und fuhren wieder ab. Nach dieser Pleite wollten wir zum Stand fahren. Auf dem Weg dorthin hielten wir bei der „Mission“, einem alten Kloster. Als wir diese Stätte von außen besichtigt hatten, fuhren wir zu „La Jolla“, einer Mischung aus Klippen und Sandstrand. Dort genossen wir das schöne Wetter und sahen Seehunde und Pelikane. Nach einem Mittagessen bei der mexikanischen Fast-Food-Kette „Taco Bell“ fuhren wir noch zum „Mission Beach“. Hier tobte das Leben! Am Strand waren viele Leute, im Wasser versuchten sich einige Wellenreiter. Auf der Strandpromenade waren Fußgänger, Jogger, Rollschuhläufer, Skateboard – und Fahrradfahrer. Wir liefen eine recht lange Zeit am Strand auf und ab. Es war eine interessante Atmosphäre. Als wir wieder im Hotel angekommen waren, ging ich zum Pool. Nicolas war bereits heute morgen Sonnenmilch ins Auge gelaufen. Dies hatte zur Folge, daß sein Auge andauernd tränte. Wohl auch aus diesem Grunde war er recht müde und wollte erstmal kurz schlafen. Ich ging in dieser Zeit nochmal mit meiner Videokamera los um die Umgebung des „Horton Plaza“ zu filmen. Außerdem brachte ich einen Film zur Entwicklung. Da Nicolas beschlossen hatte, heute nicht mehr aufzuwachen, ging ich zum Abendessen zu „Mc Donald’s“. Es machte großen Spaß, sich die Umgebung des Hotels in der abendlichen Kulisse anzusehen. Man konnte sich alles in Ruhe ansehen und wurde nicht andauernd von irgendwelchen Pennern nach Kleingeld gefragt, wie zum Beispiel in New York. Nachdem ich noch bei Simone angerufen hatte, es war dort 6.00 Uhr, bin ich dann schlafen gegangen. Von Nicolas hörte ich heute nur noch vereinzelte Wortfetzen, die er mir im Halbschlaf zukommen ließ.

Am Point Loma

Am "Point Loma"

Dienstag, den 25.04.1995
Nach dem üblichen Frühstück bei „Ingrid’s Kantina“, wo man uns bereits kannte, verließen wir San Diego. Unser heutiges Tagesziel war Phoenix, wo wir dann gegen 20.00 Uhr ein Zimmer in einem Motel nahmen. Nach Phoenix fuhren wir auf der Interstate 10. Bevor wir den Staat California verließen, aßen wir in der Mittagszeit noch bei „Pizza Hut“. Das Restaurant war in einem kleinen Wüstenort, der etwa 17.500 Einwohner hatte. Es war sehr warm dort. Danach setzten wir unsere Fahrt nach Phoenix in den Bundesstaat Arizona fort. Nachdem wir unser Zimmer bezogen hatten, erfuhren wir, daß es auch in diesem Ort ein „Planet Hollywood“ gab. Natürlich aßen wir dort und kauften uns eine Anstecknadel als Andenken. Danach folgte noch Fernsehen und die nötige Nachtruhe.

Mittwoch, den 26.04.1995
Auch am heutigen Mittwoch standen wir recht früh auf. Wir verließen das Motel gegen 7.15 Uhr, um frühzeitig am „Grand Canyon“, unserem heutigen Tagesziel, zu sein. Heute wagte ich mich zum erstenmal hinter das Steuerrad unseres Wagens! Es machte nach anfänglichen Unsicherheiten großen Spaß durch die hügelige und kurvige Landschaft zu fahren. Bereits gegen Mittag erreichten wir unser Ziel. Wir fanden eine preiswerte Lodge unmittelbar im „Nationalpark Grand Canyon“. Da wir unser Zimmer erst um 15.30 Uhr beziehen konnten, aßen wir eine Kleinigkeit bei „Taco Bell“ und sahen uns den Canyon an. Es war ein überwältigender Anblick auf die weiten, tiefen Schluchten. Nachdem wir in unser Zimmer eingezogen waren, ruhte Nicolas sich etwas aus. Ich kaufte in dieser Zeit einige Postkarten, Briefmarken und ein Paket für Kleinigkeiten, die ich nach Deutschland schicken wollte. Als ich meine Postkarten geschrieben hatte, fuhren wir in ein Restaurant zum Abendessen. Nicolas aß Pizza und ich Salat. Danach sahen wir uns noch den Sonnenuntergang im „Grand Canyon“ an.

Abendstimmung am Grand Canyon

Abendstimmung am "Grand Canyon"

Donnerstag, den 27.04.1995
Um 8.00 Uhr waren wir mit dem Frühstück bei „Mc Donald’s“ fertig und fuhren los. Unser heutiger Tageshöhepunkt sollte das „Monument Valley“ sein. Auf dem Weg hatten wir nochmals einen Ausblick auf den „Grand Canyon“. Mittags aßen wir bei „Burger King“ und kamen kurze Zeit später im „Monument Valley“ an. Schon zu Beginn sahen wir die riesigen Steingebilde, die uns aus der „Marlboro“-Werbung bekannt waren. Wir buchten keine Tour, sondern fuhren mit unserem Wagen in das Tal und bestaunten die monströsen Gebilde aus rötlichem Stein. An vielen Stellen hielten wir an um zu filmen und zu fotografieren. Gegen 16.30 Uhr brachen wir von dort auf, um nach Moab zu fahren. Hier wollten wir ein Zimmer buchen. Gegen Sonnenuntergang trafen wir im Ort ein und fanden ein schönes Motel. Die Uhr mußte um eine Stunde vorgestellt werden, da wir eine Zeitzone durchfahren hatten. Abendessen gab es im „Golden Steak Restaurant“. Danach kehrten wir noch auf ein Bier in einem Truck Stop ein. Hier herrschte unter den Gästen ein ungewohnt rauher Umgangston, was für uns natürlich sehr interessant war.

Das weltberühmte Monument Valley

Das weltberühmte "Monument Valley"

Freitag, den 28.04.1995
Nach einem guten Pancake-Frühstück fuhren wir in den „Arches National Park“. Dieser war nicht weit von unserem Motel entfernt. In diesem Park führte die Straße an den seltsamsten Steingebilden vorbei, die gigantisch zum Himmel empor ragten. Als erstes stiegen wir zum „Delicate Arch“ hinauf. Dieser Steinbogen lag in ziemlicher Höhe auf einem Steinplateau. Dementsprechend lang, steil und anstrengend war der Aufstieg! Aber jeder Tropfen Schweiß und jeder Schritt sollte mit einer sehr schönen Aussicht belohnt werden. Am Bogen, der das Wahrzeichen des Bundesstaates Utah war, blieben wir etwa eine Stunde. Wir filmten und machten Fotos. Uns fiel eine deutsche Urlauberin auf, die ebenfalls mit ihrer Videokamera beschäftigt war. Sie hatte ein kleines Kassettenabspielgerät vor sich auf einem kleinen Felsen stehen. Aus diesem Gerät ertönte langsame Trompetenmusik. Diese Musik diente der musikalischen Untermalung ihres Videofilms. Als wir sie dort sahen, die Musik plänkeln hörten, mußten Nicolas und ich uns das laute Loslachen verkneifen. Danach folgte der Abstieg und anschließend der sehr erschwerliche Aufstieg zur „Landscape Arch“. Dieser Steinbogen war wie eine riesige Steinbrücke geformt. Auch dieser Aufstieg, der gewaltig an unseren Kräften gezerrt hatte, lohnte sich sehr! Inzwischen war es auch wieder sehr sonnig und warm geworden. Wir bekamen sehr starken Durst und waren froh, als wir wieder am Auto angekommen waren. Auf dem Parkplatz befand sich eine Wasserfontäne, die uns vor dem Verdursten rettete. Danach ging ich zum Pool des Motels und legte mich nach einem erfrischenden Bad in die Sonne. Ich hörte Musik und schrieb einige Postkarten. Nicolas hatte im „Arches National Park“ keine Videokassette dabei gehabt und war deshalb während dieser Zeit unterwegs, um dort noch etwas zu filmen. Anschließend sahen wir uns im „Arches National Park“ den Sonnenuntergang an, der allerdings besser hätte ausfallen können. Nach einem kurzen Bummel durch das abendliche Moab sahen wir uns im TV noch den Western „Bad Girls“ an.

Am Delicate Arch im Arches National Park

Am "Delicate Arch" im "Arches National Park"

Samstag, den 29.04.1995
Nach einem leckeren Frühstück mit French Toast für Nicolas und Pancakes für mich, das wir im „Golden Steak Restaurant“ einnahmen, fuhren wir zum „Capital Reef National Park“. Anfangs waren wir von dieser Landschaft nicht sehr angetan, wie es in den vorherigen Parks der Fall gewesen war. Wir beschlossen, nur einmal durch die Landschaft zu fahren. Unterwegs kamen wir allerdings an riesigen Schluchten vorbei. Man konnte in einem ausgetrockneten Flußbett entlanggehen. Links und rechts ragten die riesigen Felswände in die Höhe. Wir kamen uns ganz klein vor. Spätestens hier hatte sich unsere Meinung über diesen Park gewandelt! Ich stieg eine Felswand hinauf, so hoch es zu verantworten war. Nicolas konnte mich im Sucher seiner Kamera kaum noch erkennen, so klein wirkte ich auf dem riesigen Felsen. Danach verließen wir gegen Nachmittag den Park und aßen bei „Subway“ einen Sandwich. Die Bedienung war hier recht unfreundlich! Unser Tagesziel sollte heute noch der „Bryce Canyon“ sein. Der Weg dorthin dauerte noch etwa 3 Stunden und führte uns über schneebedeckte Berge. Die Straße schlängelte sich über die Berge, vorbei an eindrucksvollen und traumhaften Landschaften. Von den Bergen hatte man fast immer einen schönen Ausblick auf die unbewohnten Täler. Oft ging es neben der Straße senkrecht in die Tiefe. Das Autofahren machte mir trotzdem oder gerade deshalb großen Spaß! Gegen 18.30 Uhr kamen wir im „Best Western Ruby’s Inn“ an. Die Sonne ging gerade unter und wir fuhren gleich zum Canyon. Zwischenzeitlich wurden unsere Filme im Motel entwickelt. Danach aßen wir noch in einem nicht besonders ansprechenden Restaurant in der Nähe des Motels. Es war sauber und das Personal war nett. Jedoch stimmte das Preisleistungsverhältnis nicht. Nicolas bezahlte für eine 15 cm im Durchmesser große Pizza 9 $. Mein Hamburger, der ein großer Fleischklops zwischen zwei Toastbrotscheiben, Pommes Frites und Salat war, kostete nur 7 $. Danach waren wir recht müde und gingen schlafen.

Im Capitol Reef National Park

Im "Capitol Reef National Park"

Sonntag, den 30.04.1995
Da wir nicht bereit waren Unmengen an Geld für ein Frühstück im Motel zu bezahlen, besichtigten wir den „Bryce Canyon“ ohne ein morgendliches Mahl. Wir gingen bis in das Tal des Canyons hinunter. Es war ein merkwürdiges Gefühl unten im Canyon zu stehen. Die Felsen wirkten total anders. Außerdem wuchsen viele Tannen im Tal und man hörte keinen Ton. Nur das Krächzen einer Krähe unterbrach vereinzelt die Stille. Heute war es wechselnd bewölkt und es wehte ein recht starker Wind. Im Canyon lag auch noch etwas Schnee. Gegen mittag starteten wir unsere Fahrt zum „Zion Canyon“. Auch dieser Canyon war ein Nationalpark. Als wir dort die riesigen Felswände bestaunten, hatte sich das Wetter inzwischen merklich verbessert. Es war wieder sonnig und warm. Wir durchfuhren den „Zion Canyon“ mit dem Auto. Zwischendurch bestieg ich einen riesigen Felsen. Von unten ahnte man nicht, das dieses Steinplateau ziemlich steil nach oben verlief. Den Aufstieg hatte ich mir leichter vorgestellt. Der Stein war jedoch recht rauh, so daß von dem Aufstieg keine Gefahr ausging. Nicolas blieb unten und filmte den Aufstieg. Er hatte wieder Mühe mich im Sucher der Kamera zu entdecken. Auch ich konnte ihn von oben kaum noch sehen. Als ich wieder unten war, setzten wir unsere Fahrt durch den „Zion Canyon“ fort. Als wir später auf dem Rückweg wieder an der tollen Felswand vorbeikamen, wollte Nicolas diese auch noch erklimmen. Er nahm seine Videokamera mit hoch. Ich filmte ihn erst von unten und stieg dann nochmals nach oben. Als ich ihn oben traf, genossen wir zusammen die tolle Aussicht und das schöne Wetter. Natürlich wurde auch hier wieder fleißig gefilmt. Da wir im Canyon nichts Eßbares auftreiben konnten, war das Mittagessen auch ausgefallen. Gegen 18.00 Uhr trafen wir dann in dem Ort St. George ein, wo wir ein Zimmer im „Motel 6“ vorbestellt hatten. Nicolas rief von dort aus seine Gasteltern in Selma an. In dieser Zeit nahm ich ein Bad im Pool. Danach aßen wir dann endlich etwas! Wir waren zu „Wendy’s“ gefahren, wo es sehr gute Burger gab. Danach kauften wir ein. Ich kaufte 7 Pakete Tacos, die ich nach Deutschland schicken wollte. Außerdem kauften wir uns Chips, die man in scharfe Soße dippen konnte und kalte Getränke. Dies war die Grundlage für einen gemütlichen Fernsehabend, denn es gab den Film „Fatal Attraction“ (dt.: „Eine verhängnisvolle Affäre“) mit Michael Douglas.

Blick in den Bryce Canyon

Blick in den "Bryce Canyon"

Montag, den 01.05.1995
Nach dem Frühstück bei Mc Donald’s fuhren wir auf der Interstate 10 in Richtung Süden. Unser heutiges Ziel war Las Vegas. Es waren nur noch etwa 110 Meilen bis zur Wüstenstadt. Auf dem Weg dorthin durchfuhren wir wieder eine Zeitzone und konnten unsere Uhren um 1 Stunde zurückstellen. Diese Stunde hatten wir aber auch im dichten Verkehr von Las Vegas bereits verloren. Bevor wir unser Hotel aufsuchten, sahen wir uns noch den „Hoover Dam“ an. Dieser Staudamm hatte gigantische Ausmaße. Danach bezogen wir unser Hotelzimmer, das eine kleine Suite war. Ich suchte wegen der Hitze erstmal für kurze Zeit den Pool auf. Nicolas ruhte sich im Hotelzimmer aus. Dann besuchten wir das „Planet Hollywood“. In diesem Restaurant befanden sich besonders interessante Filmgegenstände. Das original Kostüm von Darth Vader (Star Wars) war ebenso ausgestellt wie das Fahrgestell, auf dem Keanu Reeves die Bombe unter dem Bus in dem Film „Speed“ entschärfen wollte. Das Restaurant war einer riesigen Passage angeschlossen, in der es viele Läden gab. Fast alles war in altrömischen Stil erbaut. An den Straßengabelungen waren riesige Brunnen mit großen Figuren aufgebaut. Die Decke vom Ceasars Palace war ein künstlicher Himmel. Mit verschiedenen Lichteffekten konnte ein Sonnenauf- und untergang simuliert werden. Wir eroberten Las Vegas zu Fuß – keine leichte Aufgabe bei der Hitze! Gegen Abend gingen wir dann erstmal zum Hotel zurück um uns etwas auszuruhen. Später fuhren wir dann mit dem Auto zurück zum Strip. Dort war bereits die Lichtdekoration eingeschaltet und verwandelte die Stadt in ein buntes Lichtermeer. Überall blinkte es in bunten Farben. Es gab viel zu sehen. Deshalb liefen wir 4 Stunden am Strip entlang und machten viele Aufnahmen. Vor einem Hotel wurde alle 15 Minuten mit Wasserfällen und künstlichem Licht ein Vulkanausbruch nachgestellt. Nicolas stellte fest, daß er seinen Fußknöchel überansprucht hatte. Zum Glück hatten wir alles gesehen und waren sehr müde. So fuhren wir dann zum Hotel zurück und schliefen schnell ein.

Eine Requisite aus dem Film Speed im Planet Hollywood

Eine Requisite aus dem Film "Speed" im "Planet Hollywood"

Dienstag, den 02.05.1995
Da es gestern etwas später geworden war, fuhren wir heute zwangsläufig erst etwas später los. Gegen 9.00 Uhr kamen wir bei dem „etwas anderen Restaurant“ an. Nach dem Frühstück brachte ich mein Paket mit Tacos und Andenken zur Post. Danach verließen wir Las Vegas. Für einen Tag, so waren wir uns einig, hatte es uns hier sehr gut gefallen. Länger wollten wir in Las Vegas nicht bleiben. Wir fuhren zum „Death Valley“, dem Tal des Todes. Dieses Gebiet ist etwa 70 Meter unter N.N. und die Temperaturen waren dementsprechend hoch. Die Luft flimmerte in einiger Entfernung und man hatte den Eindruck am Ende der Welt angekommen zu sein. Wir fuhren mit dem Wagen über 100 km durch das „Death Valley“ und machten Fotos und filmten. Gegen 17.00 Uhr kramten wir die restlichen Chips und Dipp-Sauce aus dem Kofferraum, denn wir hatten Hunger. Es gab natürlich keine Geschäfte bzw. Restaurants im Tal des Todes. In Ridecrest, einem Ort in der Nähe, wollten wir übernachten. Leider gab es im Motel 6 kein Zimmer mehr. So beschlossen wir, nach einem kurzen Besuch bei Taco Bell, zum 90 Meilen entfernten Bakersfield zu fahren. Telefonisch buchten wir ein Zimmer. Dieser Ort wäre auf unserer morgigen Route gewesen. Die Sonne ging gerade unter, als wir durch die Berge fuhren. Oben auf den Bergen waren dicke Wolken, hinter der Bergwand war der Himmel klar. Dank der Fahrweise von Nicolas, der heute der King of the Road war, schafften wir diese Strecke in nur 2 Stunden. Nur fliegen wäre noch schöner und schneller gewesen. Gegen 20.30 Uhr erreichten wir das Motel 6 in Bakersfield.

Glühende Hitze im Death Valley, dem Talo des Todes

Glühende Hitze im "Death Valley", dem "Talo des Todes"

Mittwoch, den 03.05.1995
Frühstück gab es heute im „International House of Pancakes“, das gleich gegenüber dem Motel war. Wir aßen jeder drei Blueberry-Pancakes und tranken ein großes Glas Milch. Den Sirup, den die Bedienung dazu brachte, schmeckte sehr lecker. Dies wurde auch jedem Gast mehrmals mit vielen Worten klargemacht. Besonders der Boisenberry-Sirup war der Bedienung ans Herz gewachsen. Danach fuhren wir nach Selma. Nicolas hatte vor einiger Zeit fast ein Jahr lang in diesem kalifornischen Ort gelebt und ist dort auch zur Schule gegangen. Die Fahrt dauerte etwa 2 Stunden. Wir mieteten uns für 4 Nächte in einem Best Western Motel ein. Während Nicolas seine ehemaligen Gasteltern besuchte, machte ich mir einige schöne Stunden am Pool. Danach erkundete ich die nähere Umgebung des Motels zu Fuß. Ganz in der Nähe gab es ein größeres Einkaufszentrum. Dort brachte ich einen Film zur Entwicklung und aß eine Kleinigkeit bei Mc Donald’s. Gegen Abend wurden wir von Nicolas seinem Gastbruder und dessen Familie in ein Steak-House eingeladen. In dieser umgebauten Scheune war es sehr gemütlich und das Essen schmeckte sehr gut. Danach fuhren wir noch zum Haus der Familie King. Sie zeigten ihre Pferde, Ochsen und das Grundstück. Anschließend wurde der Waffenschrank geöffnet und viele alte Gewehre und Pistolen, ein Hobby der Familie, kamen zum Vorschein. Später fuhren wir zum Motel zurück und zappten von einem Fernsehprogramm zum anderen – ohne Erfolg.

Donnerstag, den 04.05.1995
In unserem Motel gab es Free Continental Breakfast. Hungrig und recht erwartungsvoll gingen wir in die Eingangshalle, wo wir das Frühstück vermuteten. Bei diesem Service handelte es sich allerdings nur um Orangensaft, Kaffee und süßen Kuchen. Nach diesem ungewöhnlichen Frühstück mußten wir gleich zum nächsten „Mc Donald’s“. Wir füllten unsere Mägen auf und starteten zum heutigen Ziel. Dies war der „Yosemite National Park“. In den Bergen hingen die Wolken tief und in 5000 feet Höhe begann es zu regnen. Trotzdem sahen wir uns die hohen Felswände und die riesigen Wasserfälle an. Wegen der Schneeschmelze waren die Wasserfälle sehr voll und kräftig. Wenn der Wind in unsere Richtung wehte, bekamen wir einen Schleier von feinen Wassertropfen ab. Am Fuße der Wasserfälle hatten sich reißende Wasserläufe gebildet. Als wir nach einigen Stunden den Park verließen, war es auch im Tal leicht bewölkt. Wir rasteten bei „Burger King“. Da wir sehr müde waren, wovon wußte keiner, schliefen wir etwa 2 Stunden in unserem Motel. Danach aßen wir bei „Pizza Hut“. Nach einem leckeren und reichlichen Abendbrot fuhren wir wieder zur Familie King. Die Mutter von Sharon King zog gerade in ein leerstehendes Haus auf dem Grundstück, da in ihr Haus eingebrochen worden war. Man hatte ihr nur noch die Möbel und einige wenige Dinge gelassen. Als erstes mußte ein Fernseher, der gerade neu gekauft worden war, angeschlossen werden. Wir halfen beim Anschließen und beim Möbeltransport. Danach sahen wir uns im Motel noch im TV die Filme „King Ralph“ und Im Namen der Rose an.

Im Yosemite National Park

Im "Yosemite National Park"

Freitag, den 05.05.1995
Da es heute sehr bewölkt war, beschlossen wir, uns dickere Sachen anzuziehen. Wir fuhren zum „Kings Canyon“ und wollten uns die Big Trees, die es dort gab, ansehen. Auf dem Weg zur 5000 feet Grenze bemerkten wir, daß es gut war, dickere Sachen zu tragen. Erst kam leichter Regen und wenig später durchfuhren wir eine winterliche Schneelandschaft – mitten in unserem Sommerurlaub! Am Eingang des Parks wurden wir darauf hingewiesen, daß die Weiterfahrt ohne Schneeketten schwer werden könnte. Die Straßen zu den Big Trees waren geschlossen. Wir fuhren in den Park hinein und sahen uns in der winterlichen Landschaft verwundert und belustigt um. Die Tannen hingen voller Schnee. Die Schneehöhe betrug mindestens 10 cm. Zum Glück waren die Hauptstraßen bereits geräumt. Als wir uns an der Winterlandschaft stattgesehen hatten, kehrten wir auf dem Rückweg in ein Restaurant ein. Dieses Restaurant entdeckten wir direkt an der Straße. Wir aßen jeder einen großen Burger und tranken zwei große Gläser Milch. Dann beschlossen wir doch nur 3 Nächte in Selma zu bleiben. Als wir wieder im Motel waren, holte ich meine Fotos ab und wir machten wieder 2 Stunden Mittagsschlaf. In dieser Zeit regnete es. Als wir aufstanden, war ein großer Regenbogen am Himmel zu sehen. Wir fuhren dann nach Fresno in ein mexikanisches Restaurant. Da heute ein mexikanischer Feiertag war, war dort natürlich jede Menge los. Da nicht gleich ein Tisch frei war, warteten wir an der Bar und tranken etwas. Das Essen war sehr gut, welches ich, wegen einer verlorenen Wette in Visselhövede, heute bezahlen mußte.

Fahrt durch den winterlichen Kings Canyon

Fahrt durch den winterlichen "Kings Canyon"

Samstag, den 06.05.1995
Nach dem Frühstück, mal wieder bei „Mc Donald’s“ fuhren wir nach Fresno. Bereits gestern hatten wir alles für eine frühere Abreise im Motel geklärt. In Fresno hielten wir bei einem Einkaufszentrum. Nicolas sollte für verschiedene Personen „Levis“-Jeans nach Deutschland mitbringen. Ich kaufte mir eine CD mit Country-Musik und die Laserdisc „Stargate“. Danach fuhren wir weiter nach Stockton. Unterwegs aßen wir einen Cheeseburger bei „In‘ n Out“. Inzwischen hatte sich auch die Sonne wieder gezeigt! In Stockton nahmen wir in einem „Super 8 Motel“ ein Zimmer. Ich wollte dann gleich zum Pool. Dieser war jedoch ausgerechnet heute und die nächsten Tage wegen Überholungsarbeiten gesperrt. Wir fuhren zu einem Einkaufszentrum und bummelten umher. Nicolas wollte sich gegen 18.00 Uhr mit einer alten Schulfreundin treffen. Deshalb brachte er mich zum Motel zurück. Wir bestellten noch telefonisch ein Zimmer in San Francisco, unserem nächsten Zielort. Dann fuhr er ab. Ich sah mich in der näheren Umgebung des Motels um und aß eine Kleinigkeit. Danach schrieb ich einige Postkarten, rief bei Simone an und sah mir im TV den Film „Speed“ an.

Sonntag, den 07.05.1995
Da Nicolas immer noch nicht alle Schulfreunde angetroffen hatte, mußte er heute morgen nochmal los. Da heute Sonntag war, gab es in vielen Restaurants ein besonders gutes Frühstück. Dies gönnte ich mir während seiner Abwesenheit. Als ich das Restaurant mit vollem Magen verließ, war strahlend blauer Himmel. Gegen 12.00 Uhr, Nicolas war endlich wieder eingetroffen, fuhren wir los. Nach zwei Stunden kamen wir in San Francisco an. Unser „Super 8 Motel“ in der Lombard Street fanden wir ohne Probleme. Nicolas ruhte sich etwas aus, ich ging sofort los. Soweit es zu Fuß ging erkundete ich die Gegend. Ich sah, bei bewölktem Wetter, bereits die „Golden Gate Bridge“. Die Brücke war ganz in der Nähe unseres Motels. Am Strand waren viele Surfer und Rollschuhläufer. Als ich wieder im Motel angekommen war, war Nicolas gerade aufgewacht. Wir sahen uns im TV den „Film Lean on me“ an. In diesem Film versuchte ein Schuldirektor eine Schule von Schlägern, Dealern und Drogenkonsumenten zu befreien. Es war ein sehr schöner Film. Danach gingen wir noch etwas essen. Auf dem Weg dorthin mußten wir eine sehr steile Straße hinaufsteigen. Dort sahen wir auch erstmals die „Cable-Car“, die von unterirdisch verlaufenden Stahlseilen die Straße hochgezogen wird. Wir fanden in der Nähe von „Fisherman’s Wharf“ ein kleines Restaurant namens „Little Rio“. Nicolas aß eine Pizza und ich einen Salat. Als wir wieder auf der Straße waren, bemerkte Nicolas, daß er dringends eine Toilette brauchte. Da er den steilen Aufstieg in dieser Verfassung nicht mehr trocken hinter sich gebracht hätte, nahmen wir uns ein Taxi zum Motel. Dort sah ich mir den Rest von „Jurassic Park“ im TV an.

Cable Car in San Francisco

"Cable Car" in San Francisco

Montag, den 08.05.1995
Heute war sehr schönes Wetter. Es waren nur wenige Wolken am Himmel, die bis zum Mittag ganz verschwunden waren. Nach einem sehr reichlichen Frühstück, das wir im „IHOP“ einnahmen, mit Steak, Hash Browns, Eiern und Pancakes, starteten wir unseren Fußmarsch. Downtown, Chinatown und die Piers erarbeiteten wir uns zu Fuß. Beim „Pier 39“, der aus Geschäften und Restaurants besteht, hielten wir uns länger auf. Ich sah mir zwei Kurzfilme an. In diesem Kino bewegten sich die Stühle passend zu dem Dargebotenen auf der Leinwand. Man hatte das Gefühl, den Film richtig zu erleben. „Robocop“ und „Dinosaur Island“ wurde gezeigt. Nicolas wollte noch bis zum Sonnenuntergang durch die Gegend laufen und filmen. Ich ging zwischenzeitlich zum Motel und holte auf dem Weg meine Fotos ab, die ich morgens in Auftrag gegeben hatte. Im Motel sah ich mir die Bilder an und duschte. Danach ging ich wieder in Richtung „Fisherman’s Wharf“. Wir trafen uns im „Little Rio“. Auch heute bestellte Nicolas Pizza und ich Salat. Danach, es dämmerte bereits, besuchte ich das „Medium Dungeon“. Dies war eine Art Wax-Museum, in dem ausschließlich Hinrichtungs- und Folterszenen dargestellt wurden. Da ich zu diesem Zeitpunkt der einzige Besucher war, war es ziemlich unheimlich mit den vielen Geräuschen und der Musik, die zu den brutalen Szenen abgespielt wurde. Danach fuhren wir wieder mit dem Taxi zum Motel und ein anstrengender Tag ging dem Ende entgegen.

Dienstag, den 09.05.1995
Da Nicolas es heute vorzog, länger zu schlafen, zog ich heute ohne ihn los. Frühstück gab es heute im „IHOP“. Einige Tische von mir entfernt saß ein Mann, der fortwährend ankommende Gäste und das Personal anpöbelte. Als man ihn aufforderte das Lokal zu verlassen, wurde er wütend und beschwerte sich über die hohe Rechnung. Beim Verlassen seines Tisches drückte er den Kaffeebecher umgestülpt in den Rest Pancakes auf seinem Teller. Danach goß er Sirup über sein Kunstwerk und füllte Tabasco in die Kaffeekanne. Als er ging, herrschte im Restaurant allgemein gute Stimmung. Danach kaufte ich mir eine Karte für die „Cable-Car“. Dieses Ticket war für drei Tage gültig und kostete 10 $. Eine einzelne Fahrt hätte schon 2 $ gekostet. Ich fuhr mit der „Cable-Car“ bis zur Market Street, eine der Hauptgeschäftsstraßen. Da es sehr stark nach Regen aussah, ging ich erstmal in ein Musikgeschäft und danach ins Kino. Man konnte, da es noch vor 14.00 Uhr war, für 3.50 $ sich zwei Filme ansehen. Es gab „New Jersey Drive“, ein Film über schwarze Jugendliche, die in ihrer Freizeit Autos aufbrachen. Danach gab es den neusten Film von John Carpenter. Der Film hieß „Village of the Damned“. Als ich aus dem Kino kam, regnete es recht stark und eine Wetterverbesserung war nicht in Sicht. Ich fuhr mit der Cable-Car zurück zur „Fisherman’s Wharf“ und ging auf dem Weg zum Motel noch zum Friseur. Im Motelzimmer traf ich dann zufällig auf Nicolas, der sich wohl kurz ausgeruht hatte. Er war bereits wieder auf dem Weg nach draußen. Auch ich ruhte mich kurz aus. Ich ging bald wieder los, denn die Sonne gab ein abendliches Gastspiel. Auf dem Weg zur „Fisherman’s Wharf“ sah ich die „Golden Gate Bridge“ und die Insel Alcatraz in Wolken gehüllt. Die Wolken lösten sich jedoch gerade. Ich besuchte das „Wax Museum“ und schlenderte zum „Pier 39“. Hier versuchten Glücksspieler, den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen. Es war interessant, dieses Schauspiel zu beobachten. Beim „Warner Brother’s Store“ kaufte ich mir ein T-Shirt und traf mich wenig später mit Nicolas zum Abendessen im „Little Rio“. Dort bekamen wir Gläser verkauft, nach denen wir bei unserem ersten Besuch gefragt hatten. Nicolas suchte solche Gläser bereits seit Beginn unserer Reise. Dann fuhren wir mit der „Cable-Car“ den Hügel zur Lombard Street hinauf. Nicolas stieg dort aus und ging zum Motel zurück. Ich fuhr noch bis zur Endstation Market Street. Es war eine schöne Fahrt an der frischen Luft durch das beleuchtete San Francisco. Eigentlich wollte ich dann wenig später wieder zur Lombard Street zurückfahren. Irgend etwas war jedoch an der Cable-Car kaputt. Da ich nicht so lange warten wollte, ging ich den ganzen Weg zu Fuß zurück. Es war ein weiter, aber angenehmer Rückweg, den ich nicht als Strapaze empfand.

Mittwoch, den 10.05.1995
Heute brachen wir wieder in verschiedene Richtungen auf. Nicolas war heute sehr munter und ging vor mir los! Nach dem üblichen Frühstück beim „IHOP“ bin ich mit der „Cable-Car“ wieder zur Market Street gefahren. Dort habe ich gefilmt und mir das „San Francisco Shopping Center“ angesehen. Hier gab es Rolltreppen, die nicht gerade, sondern halbkreisförmig verliefen. Danach sah ich mir Chinatown und die Innenstadt (Downtown) an. Mittagessen nahm ich bei „Mc Donald’s“ ein und holte danach wieder einen Film von der Entwicklung ab. Nach einem kurzen Aufenthalt im Motel bin ich dann zum Strand gegangen. Da das Wetter schön war, entschloß ich mich, zur „Golden Gate Bridge“ zu gehen. Nach etwa einer Stunde war ich, immer am Strand entlang, dort angekommen. Ich ging zur Brücke hinauf, um sie zu Fuß zu überqueren. Die unerwartete Größe und Höhe dieses Bauwerks wurde mir erst jetzt bewußt. Die Überquerung der Brücke war der beeindruckendste Moment der Reise für mich! Mir wurde beim Hinuntersehen fast schwindelig. Auch das Hinaufsehen zu den Verstrebungen bereite mir ein ähnliches Gefühl. Nachdem ich die Brücke überquert hatte, begab ich mich wieder auf den Rückweg. Ich mußte mich etwas beeilen, da ich mich wieder mit Nicolas in unserem „Stammlokal“ zum Abendessen verabredet hatte. Als ich (pünktlich) dort ankam, erfuhr ich, daß Nicolas später kommen würde. Er hatte bereits im Lokal angerufen. Er hatte sich wohl etwas mit der Zeit verschätzt. Nach einem guten Abendessen gingen wir, nach einem kurzen Abstecher in Richtung Downtown, zurück zum Motel.

Die Golden Gate Bridge in San Francisco

Die "Golden Gate Bridge" in San Francisco

Donnerstag, den 11.05.1995
Heute morgen bestätigte sich das, was ich bereits seit Beginn dieser Reise vermutet hatte. Nicolas hatte sich bei der Kostenaufteilung für den Mietwagen verrechnet. Da Nicolas die Rechnung bis zum heutigen Tage immer nicht finden konnte, hatte ich bisher keine Möglichkeit zum Nachrechnen gehabt. Eigentlich hatte ich dafür auch keinen Grund gehabt, jedoch erschien mir der Preis sehr hoch. Nach ständigem Drängen und dem Vorschlag, bei der Mietwagenfirma eine neue Rechnung zu verlangen, fand sich die alte Rechnung zum Glück doch noch an. Es stellte sich heraus, daß ich bereits über 100 $ zuviel an Hotelrechnungen gezahlt hatte, denn Nicolas hatte die Mietwagenkosten mit seiner „Mastercard“ bezahlt. Nach diesem Rechenvorgang gingen wir gemeinsam zum Frühstück ins „IHOP“. Danach trennten wir uns wieder. Nicolas wollte heute auch über die „Golden Gate Bridge“ gehen. Ich fuhr mit der „Cable-Car“ im Laufe des Tages alle Strecken ab. In der Market Street kaufte ich mir eine große Reisetasche, da ich bereits keinen Platz mehr im Koffer hatte. Es hatte sich bereits sehr viel angesammelt. Ich kaufte mir noch die CD mit dem Soundtrack von „Rain Man“. Nachdem ich einen Teil dieses Films vor einigen Tagen im TV sah, ging mir die Melodie nicht mehr aus dem Kopf. Dieses Lied hatte ich auch in Deutschland schon öfters gehört, wußte aber nicht, woher dieses Instrumental stammte. Außerdem kaufte ich mir für 40 $ eine „Levis“-Jeans, die in Germany über 150 DM kosten würde. In Chinatown kaufte ich mir noch ein Kästchen mit zwei Kugeln als Andenken. Nicolas kam mal wieder zu spät ins „Little Rio“. Über 30 Minuten durfte ich heute auf ihn warten. Um mir die Zeit zu verkürzen, Bestellte ich mir als Vorspeise Knoblauchbrot. Nicolas war, nachdem er die „Golden Gate Bridge“ überquert hatte, nochmal mit dem Auto über die Brücke gefahren. Nach dem Abendessen, zum letzten Mal im „Little Rio“, ging ich zum Motel zurück. Nicolas wollte sich noch eine Anstecknadel von San Francisco kaufen. Dies hatte ich heute morgen auf dem Weg zur „Cable-Car“ bereits getan.

Freitag, den 12.05.1995
Nachdem uns heute mal wieder das Auto des Sohnes vom Motelbesitzer aus dem Schlaf aufschreckte, standen wir zeitig um 7.30 Uhr auf. Wir packten unsere Sachen ins Auto und gingen zum „International House of Pancakes“. Danach fuhren wir mit dem Auto zur Lombard Street, die sich den Abhang an einer Seite hinunterschlängelt. Wir filmten und machten Fotos. Außerdem probierten wir einige besonders steile Straßen aus, bevor wir dann San Francisco verließen. Wir fuhren in Richtung Süden auf dem Highway 1, der angeblich schönsten Straße der Welt. Die Straße führte uns vorbei an Stränden und steilen Abhängen, aber fast immer mit Blick auf das Meer. Unterwegs hielten wir am Strand und bewunderten die Brandung, die an den Felsen zerschellte. Ein kleines Stück fuhren wir auch auf dem „17 Miles Drive“. Dafür mußten wir 6.50 $ bezahlen. Außerdem durchfuhren wir den Ort Carmel, in dem der Schauspieler und Regisseur Clint Eastwood einmal Bürgermeister war. Sonst fuhren wir den ganzen Tag bei wolkigem Wetter mit sonnigen Abschnitten an der Küste entlang. Unterwegs buchte Nicolas telefonisch ein Zimmer in San Luis Obispo. Nachdem wir abends dort angekommen waren, fuhren wir zu „Carl’s Junior“ um endlich etwas zu essen. Danach kehrten wir gleich zum Motel zurück , da wir sehr müde waren.

Am Highway No. 1, entlang der Küste

Am Highway No. 1, entlang der Küste

Samstag, den 13.05.1995
Die ganze Nacht über hatte es geregnet und für den heutigen Tag sah es auch nicht viel besser aus. Dicke Wolken hingen am Himmel, dessen blaue Farbe kaum zu sehen war. Nach einem leckeren Frühstück mit French Toast, Pancakes und Hash Browns bei „Carl’s Junior“, verließen wir San Luis Obispo. Unser heutiges Ziel war Santa Barbara, ein Ort direkt am Meer. Auf der Fahrt dorthin wechselte der Regen mit einigen sonnigen Abschnitten. Unser vorbestelltes Motel in Strandnähe fanden wir nicht. Deshalb suchten wir uns ein anderes Motel („Days Inn“) direkt am Strand von Santa Barbara. Das Motel war sehr gut. Gleich nach der Ankunft machte ich einen ausgiebigen Gang am Strand. Als ich das Motel verließ, hingen nur noch in Bergnähe dicke Wolken am Himmel. Im Ort und an der Küste war es sonnig und warm. Es wurde ein langer und schöner Gang entlang der teilweisen menschenleeren Küste. Nicolas traf sich während dieser Zeit mit einer Schulfreundin. Bevor ich wieder zum Motel ging, aß ich im Hafen, wo gerade ein kleines Fest war, ein leckeres Sandwich. In der Nähe spielte eine Country-Band und sorgte für gute Stimmung. Ich holte meine Jacke und beschloß, den Abend in der State Street, der Hauptstraße zu verbringen. In dieser Straße waren sehr viele Geschäfte, Kinos und Restaurants. Hier traf ich auch Nicolas und seine frühere Mitschülerin. Nach einem kurzen Abendbrot bei „Mc Donald’s“ ging ich ins Kino. Ich sah mir den Film „Kiss of Death“ an. Der Film war ziemlich brutal, absolut spannend und hatte mir gut gefallen. Als ich aus dem Kino kam, hatte das Nachtleben auf der Hauptgeschäftsstraße begonnen. Es herrschte eine ausgelassene, gute und angenehme Stimmung. Nachdem ich mich etwas umgesehen hatte, ging ich, von der Seeluft und dem langen Tag ermüdet, zum Motel zurück.

Am Strand von Santa Barbara

Am Strand von Santa Barbara

Sonntag, den 14.05.1995
Der heutige Sonntag begann mit Sonnenschein. Wir verließen Santa Barbara nach einem guten Pancake-Frühstück. Unsere Fahrt verlief weiter auf dem Highway 1 in Richtung Süden. Unterwegs hielten wir noch bei einem Supermarkt an, da ich noch verschiedene Sachen, wie Tacos, Pancakes-Sirup etc., einkaufen wollte. Unser letztes Ziel auf dieser Reise war Los Angeles. Wir hatten bereits ein Hotelzimmer im „Holiday Inn Hollywood“ gebucht. Da ich 1988 mit meinem Schulfreund Tamer Yildizhan schon in diesem Hotel gewesen bin, freute ich mich darauf besonders. Bei Nicolas hielt sich die Begeisterung für L.A. inklusive Hollywood sehr in Grenzen. Er legte sich gleich nach unserer Ankunft für drei Stunden ins Bett, da es für ihn gestern abend sehr spät geworden war. Ich ging gleich zum Hollywood Blvd., der gleich neben dem Hotel war. Dort befindet sich das bekannte „Mann’s Chinese Theatre“ und „The Walk of Fame“. Ich sah mir einige Sterne auf dem Fußweg an und besuchte das Wax-Museum. Später brachte ich noch einen Film zur Entwicklung. Als Nicolas wieder aufgewacht war, fuhren wir mit dem Auto nach Downtown. Wir besuchten das Restaurant „Dive“. Dieses Restaurant war wie ein großes U-Boot eingerichtet. An den Fenstern, die wie Bullaugen aussahen, blubberten Luftblasen empor. Auf Leinwänden und Monitoren wurde eine Unterwasserlandschaft gezeigt. Nach einem sehr guten, jedoch auch etwas teuerem Abendessen, gingen wir ins Kino. Wir sahen uns den Film „Crimson Tide“ an. Diesen U-Boot-Film hatte Nicolas bereits gestern in Santa Barbara gesehen und war sehr begeistert davon. Auch mir gefiel dieser Film sehr gut.

Manns Chinese Theatre am Walk of Fame

"Mann's Chinese Theatre" am "Walk of Fame"

Montag, den 15.05.1995
Da der heutige Wetterbericht mit seinen Schlechtwettermeldungen voll ins Schwarze getroffen hatte, beschloß ich, heute mit dem Bus zu den „Universal Studios Hollywood“ zu fahren. Nicolas wollte eine NBC-Studiotour machen und sich auch die heutige Tonight-Show ansehen. Bis in den frühen Nachmittag hinein regnete es, oder es war stark bewölkt. Da der Park nicht so gut besucht war, konnte ich alle Attraktionen in kürzester Zeit besuchen. Alle Fahrgeschäfte waren überdacht, so daß ich das Beste für diesen Tag ausgewählt hatte. Viele Fahrgeschäfte besuchte ich auch mehrmals. Vor sieben Jahren war ich zusammen mit Tamer schon einmal hier gewesen. Es hatte sich jedoch sehr viel verändert in diesem Freizeitpark. Von Nicolas seinen Gasteltern hatte ich eine Fan Club Karte bekommen, die für unbegrenzte Zeit gültig ist. Damit mußte ich anstatt 33 $ nur 22 $ Eintritt bezahlen. Das Geld war es wert! Besonders gut hatte mir die „Back to the Future Ride“ gefallen. Man hatte wirklich das Gefühl, mit dem Fahrzeug durch die Weltgeschichte zu reisen. Auch die eigentliche Studiotour hatte mir gut gefallen. Man konnte „King Kong“ und den „Weißen Hai“ hautnah erleben. Außerdem sah man viele Landschaften aus bekannten Filmen. Interessant war es, das originale Haus aus Alfred Hitchcock’s Film „Psycho“ zu sehen. Auf dem Gelände wurden zur Zeit drei Filme produziert. Gegen 15.00 Uhr hatte sich die Sonne gegenüber dem Wolkenhimmel durchgesetzt und man konnte den Freizeitpark in vollen Zügen genießen. Gegen 20.00 Uhr beschlossen Nicolas und ich, das „Planet Hollywood“ in Santa Ana aufzusuchen. Wir waren verwundert, daß es in L.A. bzw. Hollywood kein solches Restaurant gab. Die Fahrt dorthin dauerte etwa 50 Minuten. Es war das vierte Restaurant dieser Kette, welches wir auf dieser Reise besuchten. Leider hatte Nicolas beschlossen, zu telefonieren als das Essen serviert wurde. So konnten wir nicht zusammen essen und die Bedienung mußte sein Gericht unter die Heizlampe stellen. Als ich mit meiner Spinat-Pizza fertig war, tauchte Nicolas wieder auf und sein Gericht, ein Sandwich, konnte erneut serviert werden. Als wir wieder im Hotel waren, sahen wir uns einen Teil der „Tonight-Show“ an. Nicolas war sogar einige Male gut im Publikum zu sehen.

Das original Psycho-Haus in den Universal Studios Hollywood

Das original "Psycho"-Haus in den "Universal Studios Hollywood"

Dienstag, den 16.05.1995
Unser erstes Vorhaben war heute das berühmte Hollywoodzeichen in den Bergen zu filmen. Von unserem Hotel aus konnte man es in der Ferne erkennen. Ich filmte die Buchstabenkette bereits aus dem Hotelfenster. Trotzdem wollten wir so nah wie möglich an das Symbol für Hollywood heran. Mit dem Auto fuhren wir über 90 Minuten durch die Straßen in den Bergen. Mal näherten wir uns dem Schild, mal waren wir wieder weiter davon entfernt. Viele Sackgassen machten die Suche nach dem richtigen Weg sehr schwer. Als wir dann fast unter den Buchstaben standen, mußten wir jedoch feststellen, daß bereits zwei der Buchstaben wegen Malerarbeiten abgedeckt waren. Dafür fanden wir heraus, daß wir zufällig neben dem Haus von Madonna geparkt hatten. Danach fuhren wir zum „Venice Beach“. Das Wetter war sehr schön und wir gingen am Strand entlang. Dort tummelten sich allerhand verrückte Gestalten. Mir wurde zwischendurch von einer Pennerin meine Cola vom Tisch gestohlen, nachdem sich mich fast mit ihrem aus Nase und Mund laufendem Rotz beschmutzt hatte. Wir sahen bei Dreharbeiten zu dem Film „Babylon“ zu. Es gab sehr viel zu sehen. Im Meer tummelten sich Delphine und auf der Promenade wurden Sandfiguren gebaut. Viele „Künstler“ gaben ihre „Künste“ zum Besten und erhofften sich einige Geldspenden. Nicolas wurde von einem auf Rollschuhen laufendem E-Gitarrenspieler bedrängt. Gegen 18.00 Uhr verließen wir diesen interessanten Strand und fuhren zum Hotel. Als wir beim „Mann’s Chinese Theatre“ vorbeikamen, erfuhren wir, daß am Donnerstag der Schauspieler Bruce Willis seine Hand- und Fußabdrücke vor dem Filmtheater in Beton verewigen würde. Ich kaufte mir eine Eintrittskarte für seinen neuesten Film „Die Hard III“, der an einem Tag hier gezeigt wurde. Eigentlich sollte dieser Film, der in den Medien stark beworben wurde, erst am Freitag in den USA anlaufen. Ich freute mich, diesen Film bereits vor dem eigentlichen Filmstart in diesem tollen Kino sehen zu können. Später aßen wir noch in einem mexikanischen Fast-Food-Restaurant namens „Del Taco“. Nach einem sehr leckeren Abendessen fuhren wir nochmals in die Berge von Hollywood. Von hier aus hatten wir eine tolle Aussicht auf das Lichtermeer von L.A.

Dreharbeiten in Venice Beach

Dreharbeiten in "Venice Beach"

Mittwoch, den 17.05.1995
Wir sind heute bereits um 6.00 Uhr aufgestanden, um nach dem Frühstück bei „Carl’s Junior“ zum „Disneyland“ zu fahren. Gestern gab es um dieses Thema noch eine umfangreiche Diskussion. Nicolas war der Meinung, es gäbe in L.A. noch besseres zu tun, als einen Freizeitpark zu besuchen. Ich hatte allerdings auf den geplanten Besuch von „Disneyland“ bestanden. So fuhren wir also bei schönstem Wetter zum Park. Der Eintritt kostete pro Person 33 $, die Parkgebühr 6 $. Es wurde, wie wir beide fanden, ein toller Tag. Wir schafften es, fast alle Attraktionen zu besuchen. Auch die neuste Attraktion, das „Indiana Jones Adventure“ konnten wir nach einer Wartezeit von über einer Stunde erleben. Es war eine rasante Fahrt in einem Jeep. Man fuhr in einem Auto, in das zwölf Personen paßten, über eine Hängebrücke, durch einen Dschungel und andere Landschaften aus den Filmen. Durch ein hydraulisches Fahrgestell wurde das Gefühl vermittelt, der Wagen würde über hügeliges Gelände und um scharfe Kurven fahren. Höhepunkt der Fahrt war eine riesige Steinkugel, die auf das Auto zurollte. Erst im allerletzten Augenblick rollte die Kugel über uns hinweg, ohne uns ein Haar zu krümmen. Die Wartezeit hatte sich gelohnt. Aber auch die Wasserbahn, die „Star Wars“-Flugsimulation, die Bootsfahrt durch den Dschungel und alle anderen Attraktionen, die wir besuchten, hatten uns gut gefallen. Auch von der „Lion King Parade“ waren wir sehr angetan, die mit viel Mühe und Sorgfalt gestaltet worden war. Nach etwa neun Stunden Aufenthalt im Park, kehrten wir gegen 20.00 Uhr müde ins Hotel zurück, nachdem wir zum Abendessen wieder bei „Del Taco“ waren.

Disneyland

"Disneyland"

Donnerstag, den 18.05.1995
Heute war in Hollywood der große Tag! Vor dem „Mann’s Chinese Theatre“ war auf der anderen Straßenseite eine große Tribüne aufgebaut worden. Bereits auf dem Weg zum „IHOP“ sahen wir die Absperrungen, die für die Festlichkeiten aufgestellt waren. Da wir uns auf den Auftritt von Bruce Willis eingestellt hatten, waren wir zeitig aufgestanden. Nach dem Frühstück nahmen wir gegen 9.30 Uhr unsere Plätze ein. Um 12.00 Uhr sollte der Filmschauspieler eintreffen. Das lange Warten sollte sich lohnen. Wir sahen Bruce Willis, der mit seiner Mutter in einer großen Limousine eintraf, von guten Plätzen aus. Nicolas machte Fotos und ich filmte. Um 13.30 Uhr waren dann alle Reden gehalten und Hand- und Fußabdrücke im Beton für die Ewigkeit festgehalten. Anschließend brachten wir den Film zur Entwicklung und fuhren nach Beverly Hills . Wir wollten mit der Hilfe einer Star Map einige Häuser von Film-Stars aufsuchen. Dies erwies sich jedoch als eine sehr lange und schwierige Aufgabe. Als wir nach über einer Stunde vor der vermeintlichen Auffahrt zu Arnold Schwarzeneggers Haus standen, beendeten wir unser Vorhaben. Wir mußten feststellen, daß sich die Großzahl der Stars aus Hollywood zurückgezogen hatte. Häuser von bereits verstorbenen Schauspielern wollten wir nicht besichtigen. Die Wege zu den Häusern waren zu weit. Nach dem Mittagessen bei „Del Taco“ und dem Abholen der Fotos, sahen wir uns noch ein wenig auf dem Hollywood Blvd. um. Danach mußten wir uns voneinander verabschieden, denn Nicolas verließ bereits heute Los Angeles. Er wollte zurück in Richtung Selma fahren. Ich sah mir um 19.15 Uhr den Film „Die Hard III“ im Mann’s Chinese Theatre“ an. Da ich zu den ersten 200 Zuschauern gehörte, bekam ich noch ein T-Shirt geschenkt. Es war eine gute Stimmung im Kino, denn der Film war gut. Der Sound war exzellent. Bei guten Szenen wurde applaudiert. Danach begab ich mich ins Bett, da ich noch etwas TV sehen wollte.

Der Schauspieler Bruce Willis mit seiner Mutter in Hollywood

Der Schauspieler Bruce Willis mit seiner Mutter in Hollywood

Freitag, 19.05.1995
Heute war schönes Wetter und ich fuhr nochmals zu den „Universal Studios Hollywood“. Diesmal war es allerdings sehr voll. Ich besuchte die „Back to the Future Ride“, besuchte die „Animal-Show“ und die „Wild West Stunt-Show“. Außerdem machte ich die „Studio-Tour“ mit. Gegen 12.30 Uhr fuhr ich wieder mit dem Bus zum Hotel zurück. Nachdem ich mich am Pool etwas ausgeruht hatte, ging ich etwas durch die Umgebung des Hollywood Blvd. Da sich die Sonne seit meinem Besuch am Pool langsam verabschiedete, beschloß ich nochmals ins Kino zu gehen. Ich sah mir den Film „While you were sleeping“ mit Sandra Bullock an. Das Kino „El Capitan“ war auch direkt am Hollywood Blvd. Es war sehr schön ausgestattet. Ich fragte mich bereits vor der Vorstellung, wofür wohl die vielen Scheinwerfer an der Wand waren. Als der Vorhang sich öffnete, sollte sich meine Frage beantworten: Es wurden nacheinander mehrere Vorhänge geöffnet. Mit passender Musik und einer Scheinwerfer-Show wurde die Leinwand effektvoll enthüllt. Der Film hatte mir auch gut gefallen. Anschließend sah ich mir in einem anderen Kino noch einen Film an. Der Film „Bad Boys“ war allerdings nicht besonders gut. Danach kaufte ich mir bei „Mc Donald’s“ etwas für das Abendessen und nahm es mit ins Hotelzimmer. Hier ließ ich meinen letzten Urlaubstag mit Fernsehen langsam ausklingen.

Samstag, den 20.05.1995
Bereits vor dem Frühstück packte ich meine Sachen. Anstatt bereits um 11.00 Uhr das Hotelzimmer verlassen zu müssen, durfte ich bis 13.00 Uhr im Zimmer bleiben. Nach dem Frühstück bei „Burger King“ ging ich zum letzen Mal den Hollywood Blvd. entlang und kaufte einige T-Shirts. Den restlichen Vormittag blieb ich im Hotelzimmer und sah TV. Um 13.00 Uhr wurde ich von einem Shuttle, welches zum Flughafen fuhr, abgeholt. Es wurden noch einige andere Gäste aus anderen Hotels abgeholt. Nach einer Stunde war ich am Flughafen angekommen. Das Shuttle kostete nur 10 $. Ein Taxi hätte mich mindestens das Vierfache plus Tip gekostet. Um 16.05 Uhr flog ich planmäßig ab. Das Essen und der Service an Bord der „Lufthansa“ war gut. Ich sah mir den Film „Die Verurteilten“ an und versuchte etwas zu schlafen. Dies gelang mir jedoch nicht richtig. Um 13.00 Uhr Ortszeit saß ich bereits in der Anschlußmaschine, die mich von Frankfurt nach Bremen brachte. Auch der Rückflug nahm viel Zeit in Anspruch. Als ich dann gegen 14.00 Uhr in Bremen landete, war ich recht müde. Mit dem Gepäck hatte auch alles geklappt. Auf dem Flughafen wurde ich dann von Simone abgeholt. Es war recht ungewohnt wieder mit meinem Auto zu fahren, denn das Kuppeln und Schalten hatte man sich in den USA abgewöhnt. Bereits im Auto gab es viel zu erzählen. Bis heute habe ich immer noch nicht alles erzählt, da in den vergangenen vier Wochen so viel geschehen war …

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