Heino live in Bremen (06. 06. 2013)

Hätte mir noch vor kurzer Zeit mal jemand gesagt, dass ich einmal eine CD von Heino kaufen und Konzert von ihm besuchen würde, hätte ich ihn vermutlich für verrückt erklärt. Mir hat das allerdings niemand gesagt und so wurde auch niemand von mir für verrückt erklärt. Allerdings ernte ich schon einige ungläubige Blicke und Kommentare, nachdem ich mir ein Ticket für die Konzerttournee „Mit freundlichen Grüßen“ gekauft habe. Im Vorfeld hat das gleichnamige Album von Heino für einige Aufregung und einigen Wirbel gesorgt. Auf dem „Verbotenen Album“ sind nämlich insgesamt 12 Coverversionen enthalten, die u.a. von „Die Ärzte„, „Rammstein“ oder „Sido“ stammen.

Warten auf den Beginn des Konzertes von

Warten auf den Beginn des Konzertes von „Heino“

Das Bremer Konzert findet am 06. Juni 2013 in der „Bayern Festhalle“ in der Überseestadt an der Weser statt. Der Veranstaltungsort – ein Festzelt –  sorgt bei mir nicht gerade für Vertrauen, was die Qualität des Konzertes betrifft. Der Einlass erfolgt um 18.00 Uhr. Da wir früh genug in der „Bayern Festhalle“ sind, ergattern wir einen Sitzplatz direkt vor der Bühne. Freie Sitzplatzwahl bedeutet für mich immer Stress, da man früh anwesend sein muss, sollte man Wert auf einen guten Platz legen.

Warten auf den Beginn des Konzertes von "Heino"

Warten auf den Beginn des Konzertes von „Heino“

Nun müssen wir uns noch bis 20.30 Uhr (Konzertbeginn soll eigentlich um 20.00 Uhr sein) von „DJ Toddy“ unterhalten lassen, der die anwesenden Besucher im Zelt mit zahlreichen Festzelt-Hits zum Mitsingen, Mitklatschen und Mittanzen in Stimmung bringen soll. Nebenbei gibt es ein Abendessen in Form von Weißwürsten oder Nackensteak im Brötchen und kühles Bier.

Warten auf den Beginn des Konzertes von

Warten auf den Beginn des Konzertes von „Heino“ (Foto: Weser-Kurier)

Warten auf den Beginn  des Konzertes von

Warten auf den Beginn des Konzertes von „Heino“ (Foto: Weser-Kurier)

Als Heino mit seiner Band dann schließlich die Bühne betritt, steht das ganze Festzelt buchstäblich Kopf. „DJ Toddy“ hat offensichtlich ganze Arbeit geleistet. Erster Titel ist „Junge„, welcher mir als Ohrwurm bereits seit Wochen nicht mehr aus dem Kopf geht.

Das Interesse der Medien an diesem Event ist gewaltig und so haben sich zahlreiche Mikrophone und Kameras zum Konzertbeginn an der Bühnenrampe versammelt. Ich nutze diese Foto-Gelegenheit ebenfalls.

Fotos an der Bühnenrampe zum Konzertbeginn (Foto: Weser Kurier)

Fotos an der Bühnenrampe zum Konzertbeginn (Foto: Weser Kurier)

Fotos zum Konzertbeginn an der Bühnenrampe (Foto: Radio Bremen)

Fotos zum Konzertbeginn an der Bühnenrampe (Foto: Radio Bremen)

Heino & Band in Bremen (06. 06. 2013)

Heino & Band in Bremen (06. 06. 2013)

Zunächst werden zahlreiche Titel aus dem Album „Mit freundlichen Grüßen“ dargeboten. Das sind zum Beispiel „Haus am See„, „Willenlos„, „Kling Klang„, „Augen auf„, „Sonne„, „Vogel der Nacht“ oder „Leuchtturm„.

Heino & Band in Bremen (06. 06. 2013)

Heino & Band in Bremen (06. 06. 2013)

Heino & Band in Bremen (06. 06. 2013)

Heino & Band in Bremen (06. 06. 2013)

Heino & Band in Bremen (06. 06. 2013)

Heino & Band in Bremen (06. 06. 2013)

Zwischendurch werden auch einige Klassiker von Heino im Programm untergebracht. Ich bin insgesamt sehr überrascht, wie viele Titel man davon dann doch kennt und teilweise sogar mitsingen kann. Bester Klassiker des Abends ist für mich „Ja, ja die Katja, die hat ja…„. Aber auch die anderen alten Heino-Hits passen bestens ins heutige Programm!

Konzert in der Bremer Überseestadt

Der neu erfundene Heino

Von Jürgen Hinrichs

Bremen. So ein Grinsen auf manchen Gesichtern, halb belustigt, halb ungläubig – was machen wir hier? Ist das noch cool oder schon albern? Aber dann ist das völlig egal, denn: Heino ist da. So oft wie er vom Einheizer angekündigt wurde, musste er eigentlich gar nicht mehr erscheinen. Aber jetzt ist er da. Und das ist es doch. Der olle Schlagerfuzzi von damals und Rockimitator von heute. Ein Mann, der sich mit 74 Jahren neu erfunden hat. Da ist er.

Das Bayernzelt in der Überseestadt ist nicht voll, aber gut gefüllt. Junge, Alte, ganz Alte, alle da, mehr als tausend Menschen. Heino kommt um halb neun, Zeit genug vorher für ein paar Bierchen, und als er dann loslegt, stehen die Leute gleich Kopf. Heino singt „Junge“, den Hit der „Ärzte“. Das haut rein, aber richtig, schon weil es ja keine Combo ist, die der Sänger im Rücken hat, sondern eine krachende Band mit einem Satz von Bläsern, Gitarren natürlich und drei Stimmen zur Verstärkung. „Junge“ knackt das Publikum, Heino ist Profi, der weiß das.

Vorne sitzt das Publikum an Tischen, lässt sich eine Bauernjause bringen, ein Schnitzel oder das Maß Bier, das man braucht, um in dem stickigen Zelt den Feuchtigkeitshaushalt zu regulieren. Hinten, da wird von Anfang an gefeiert, die Menschen singen mit, denn das ist einfach: „Eckstein, Eckstein . . . alles muss versteckt sein“ – weiß doch jeder, als Heino den Song anstimmt.

Hinten, da stehen Markus, Jörg, Steffen und Florian, allesamt unter 30 und mit blonden Perücken auf dem Kopf. Verehrung oder Persiflage? „Ein Spaß“, sagen die Männer, „mehr nicht“. Heino, klar, den finden sie gut, sonst wären sie nicht gekommen.

„Eine coole Nummer, was der da gerissen hat“, sagt Markus. Er meint das neue Album, es heißt „Mit freundlichen Grüßen“ und trägt als Untertitel „Das verbotene Album“. Songs, die Heino gecovert hat und eigentlich von Bands wie Rammstein, Sportfreunde Stiller oder Peter Fox gespielt werden.

„Mit freundlichen Grüßen“ – das ist Ironie, aber genauso auch eine kleine Rache. Dem Mann, der die Haselnuss schwarzbraun gesungen hat, ist in den 50 Jahren, seitdem er mit großem Erfolg auf der Bühne steht, viel Schmäh und auch Hass entgegengeschlagen. Jetzt zahlt er es ihnen heim. Seht her, sagt Heino, Rock und Pop kann ich auch. Tut nicht immer so, als wäret ihr etwas Besseres. Schaut auf mich, ich habe Mut.

„Die haben den veräppelt, dafür spielt er ihnen jetzt einen Streich“, sagt Irmi, 63 Jahre alt und eine Kandidatin für die teureren Plätze direkt vor der Bühne. Wenn schon, denn schon, ist doch klar. Irmi kommt aus Verden, sie ist kein Heino-Fan aus alten Tagen, überhaupt nicht, nur das neue Album, das findet sie: „Cool!“

Der blonde Barde singt „Haus am See“ von Peter Fox, und nein, das kann er nicht so gut. Eine Ballade, die in Heinos Fall mit einer Stimme konkurriert, die dafür eindeutig zu viele Kanten hat. Da gehört Bums dahinter, sonst geht es nicht. Aber will das jemand wissen, sind wir im Feuilleton?

Gefeiert wird trotzdem, dafür müsste Heino nur auf der Bühne stehen, einfach so. Irmi sitzt schon lange nicht mehr, obwohl sie dafür bezahlt hat. Sie hält die Kamera hoch und holt sich einen Schnappschuss nach dem anderen. Um zwölf geht der Zug zurück nach Verden, und dann, zu Hause, holt sie vielleicht noch mal die CD hervor. „Mit freundlichen Grüßen“, sie war dabei.

(Weser-Kurier vom 07. 06. 2013)

Heino & Band in Bremen (06. 06. 2013)

Heino & Band in Bremen (06. 06. 2013)

Heino & Band in Bremen (06. 06. 2013)

Heino & Band in Bremen (06. 06. 2013)

Heino & Band in Bremen (06. 06. 2013)

Heino & Band in Bremen (06. 06. 2013)

Heino & Band in Bremen (06. 06. 2013)

Heino & Band in Bremen (06. 06. 2013)

Sicherlich werde ich durch dieses Konzert kein wirklicher Heino-Fan werden. Trotzdem muss ich sagen, dass mich dieser Abend und die liebenswert lockere Art von Heino absolut begeistert hat. Da sitzt man gemütlich am Tisch mit seinem Getränk vor der Bühne, hat ständig ein Lächeln auf dem Gesicht und erlebt nebenbei ein Stück deutsche Musikgeschichte hautnah:

Fast 50 Jahre Showgeschäft, mehr als 50 Millionen verkaufter Tonträger. Einen Bekanntheitsgrad von sagenhaften 99 %. Heino ist mehr als ein fester Bestandteil der deutschen Musiklandschaft: Heino ist lebende Musikgeschichte!

Die

Die „Bayern Festhalle“ ist gut gefüllt (Foto: Weser Kurier)

Unser Blick auf die Bühne hätte nicht besser sein können!

Unser Blick auf die Bühne hätte nicht besser sein können!

Heino & Band in Bremen (06. 06. 2013)

Heino & Band in Bremen (06. 06. 2013)

Heino & Band in Bremen (06. 06. 2013)

Heino & Band in Bremen (06. 06. 2013)

Plötzlich wird man allerdings aus dem Konzert gerissen: Heino verlässt winkend die Bühne. Die Zeit ist schon ziemlich schnell vergangen und die angekündigten 90 Minuten nähern sich leider schon dem Ende entgegen. Aber Heino erscheint nochmals auf der Bühne – diesmal mit einem knallroten Jacket gekleidet. So, wie man ihn eigentlich kennt. Nun gibt es noch diverse Zugaben. Volksmusik im neuen, modernen und teilweise rockigem Sound!

Heino & Band präsentieren Zugaben in Bremen (06. 06. 2013)

Heino & Band präsentieren Zugaben in Bremen (06. 06. 2013)

Heino & Band präsentieren Zugaben in Bremen (06. 06. 2013)

Heino & Band präsentieren Zugaben in Bremen (06. 06. 2013)

Heino & Band präsentieren Zugaben in Bremen (06. 06. 2013)

Heino & Band präsentieren Zugaben in Bremen (06. 06. 2013)

Heino & Band präsentieren Zugaben in Bremen (06. 06. 2013)

Heino & Band präsentieren Zugaben in Bremen (06. 06. 2013)

Heino & Band präsentieren Zugaben in Bremen (06. 06. 2013)

Heino & Band präsentieren Zugaben in Bremen (06. 06. 2013)

Dieses Konzert hat wirklich großen Spaß gemacht und war mal eine wirklich ganz neue Erfahrung! Als ich mich zum Kauf der Konzertkarte entschlossen hatte, hatte ich mit einem besonderen Event gerechnet. Dass es allerdings dermaßen genial ausfallen würde, habe ich so nicht erwartet. Ein solches Konzert würde ich bei sich bietender Gelegenheit sofort nochmals besuchen…

Das Bremer Konzert von

Das Bremer Konzert von „Heino“ ist beendet (06. 06. 2013)

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