Udo Jürgens unplugged in der Wiener Staatsoper 2001

Auszug der Trackliste

Auszug aus der Trackliste

Dass ich einmal die Staatsoper in Wien für ein Konzert besuchen würde, daran hätte ich überhaupt nicht gedacht. Es hatte mich eigentlich auch niemals interessiert bzw. sonderlich gereizt. Nun war es aber so, dass Udo Jürgens am 01. Juli 2001 ein Solokonzert in diesem Hause gab. Und so war der Aufenthalt in der Staatsoper, verbunden mit diesem ganz besonderen Event, dann natürlich doch ein ganz besonderes Ereignis für mich gewesen.

Die Wiener Staatsoper am 01. 07. 2001

Die Wiener Staatsoper am 01. 07. 2001

Wir hatten einen hervorragenden Platz in einer der unteren Logen, direkt vor der Bühne. In dieser Loge fühlte man sich eigentlich gar nicht wie in einem Konzertsaal, sondern eher in einem privaten Raum mit Blick auf eine Bühne. Auf dieser Bühne spielte und sang Udo Jürgens an diesem Abend fast 3 Stunden lang, wurde dabei teilweise von Christian Fink auf der Violine begleitet. Darunter waren einige Lieder, die ich persönlich bisher noch nie zuvor hatte live hören können bzw. erstmals ohne die Begleitung eines Orchesters:

01. Was wichtig ist
02. Ladies and Gentlemen
03. Sänger in Ketten
04. Alles was gut tut
05. Bote aus besseren Welten
06. Humtata und Tätärä
07. Hast Du heute schon gelebt
08. Ein ehrenwertes Haus
09. Der gekaufte Drachen
10. Thema in Blau/Glut und Eis
11. Auf der Straße der Vergessenheit
12. Gehet hin und vermehret Euch
13. Mit 66 Jahren (Auszug)
Pause
14. Traumtänzer
15. Hallo ich bin´s
16. Adler sterben
17. Und dann habe ich ihr das Leben gerettet
18. Vielen Dank für die Blumen
19. Mein größter Wunsch
20. Danke für dein Nein
21. Ich war noch niemals in New York
22. Wien
23. Medley: Cotton Fields, Ihr von morgen, Liebe ohne Leiden
24. Da Capo
25. Medley: Griechischer Wein, Aber bitte mit Sahne, Zeig mir den Platz an der Sonne, Ich weiß, was ich will, Merci Cherie
26. Medley: Mehr als nur 4 Wände, Mit 66 Jahren, Engel am Morgen, Warum nur warum
27. Hier bin ich zu Hause
28. That Lucky Old Sun

Ein Teil der Logen in der Wiener Staatsoper

Ein Teil der Logen in der Wiener Staatsoper

Udo Jürgens in der Wiener Staatsoper

Udo Jürgens in der Wiener Staatsoper

Udo Jürgens unplugged in der Wiener Staatsoper

Udo Jürgens unplugged in der Wiener Staatsoper

Udo Jürgens während seines dreistündigen Konzertes in Wien

Udo Jürgens während seines dreistündigen Konzertes in Wien

Udo Jürgens in der Staatsoper Wien

Udo Jürgens in der Wiener Staatsoper

Die Staatsoper in Wien war bis auf den letzten Platz gefüllt

Die Staatsoper in Wien war bis auf den letzten Platz gefüllt

Sogar links und rechts auf der Bühne saßen am heutigen Tag die Besucher!

Sogar links und rechts auf der Bühne saßen am heutigen Tag die Besucher!

Udo Jürgens ist bereits bei den Zugaben angelangt

Udo Jürgens ist bereits bei den Zugaben angelangt

Starker und nicht enden wollender Beifall gegen Ende des Konzertes

Starker und nicht enden wollender Beifall gegen Ende des Konzertes

Auch in der Staatsoper strecken sich Udo Jürgens zahlreiche Hände entgegen.

Auch in der Staatsoper strecken sich Udo Jürgens zahlreiche Hände entgegen.

Dankbar nimmt Udo Jürgens den Beifall des Publikums entgegen

Dankbar nimmt Udo Jürgens den Beifall des Publikums entgegen

Nach etwa drei Stunden endet der Auftritt von Udo Jürgens...

Nach etwa drei Stunden endet der Auftritt von Udo Jürgens...

...in der Wiener Staatsoper mit That Luck Old Sun

...in der Wiener Staatsoper mit "That Luck Old Sun"

Udo Jürgens gastierte in Wiener Staatsoper

Wien – Wenn ein Schlagersänger in den heiligen Hallen der Wiener Staatsoper ein Konzert gibt, ortet man unwillkürlich den Geruch von Unvereinbarkeit. Wenn es sich aber um den wohl erfolgreichsten und zugleich teuersten Star dieser Branche handelt, wenn er es für einen guten Zweck tut und vor allem, wenn er Udo Jürgens heißt, dann sei der vorauseilend-überheblichen Süffisanz Einhalt geboten. Sonntag Abend bewies Udo, dass Musik eines stigmatisierten Genres ein Kunstgenuss sein kann.

Engagement für Kinder

Die Udo Jürgens Stiftung hat es sich zum Ziel gesetzt, Kinder und Waisen in Not sowie ohne Bezugspersonen finanziell zu unterstützen und allgemein zu fördern. Im Stiftungskuratorium sitzen neben Udo Jürgens als Vorsitzendem u.a. Franz Beckenbauer, Bruder John Bockelmann und Manager Freddy Burger. Aus dem Verkauf neuer Udo Jürgens-Alben werden Beträge in die Stiftung einfließen, weitere Projekte sollen ebenfalls Einnahmen bescheren, wie eben dieses Konzert.

Udo unplugged

Das Publikumsinteresse war derart enorm, dass auf der Bühne vor und hinter dem Konzertflügel zusätzliche Stühle aufgestellt wurden. Udo Jürgens hautnah. Gleich zu Beginn stellte Professor Jürgens zwei Dinge klar. Da er den Abend ohne sein Leiborchester Pepe Lienhard Band bestreiten werde, dürfe man wohl von einem „Unplugged“-Konzert sprechen. Und wer auf seine obligaten Tanzeinlagen hoffe, werde enttäuscht sein, denn: „Sobald ich mich vom Flügel erhebe, ist die Musik aus.“

Udo Jürgens ist wohl einer der Wenigen (oder der Einzige?), der dem wertschwachen Begriff Schlager schon seit jeher ein hochqualitatives Gütesiegel aufgedrückt hat. Dennoch: Der Abend verlief weit abseits vom Schlager. Gehaltvolle Chansons mit kritischen Texten und der für Jürgens typischen, aber gänzlich schmerzfreien Dosis Pathos wie „Der gekaufte Drachen“ oder „Gehet hin und vermehret Euch“ dominierten den beschaulichen Abend mit einer Nettospielzeit von 150 Minuten.

Euphorisches Publikum

Dass der Musikprofessor aus Kärnten gern und viel schwitzt, ist bekannt. Und weil es ihm das Publikum nachmachen wollte, gab es nach (fast) jeder Nummer standing ovations. Der 20-minütige Zugabenblock verwandelte den Raum schlussendlich doch in einen Hexenkessel. Bei „Aber bitte mit Sahne“, „Zeig mir den Platz an der Sonne“ und „Mit 66 Jahren“ hielt es niemanden mehr auf dem Sitz. Ein Potpourri der größten Hits von Udo Jürgens – in Anwesenheit seiner Kinder Jenny und Johnny – beendete den Abend. Und alle Beteiligten haben Gutes getan. „Es ist schön, ein guter Mensch zu sein“, sang Udo – in zwar völlig anderem, humorvoll-schlüpfrigem Kontext -, aber man kann das so stehen lassen.

(„Kurier“ vom 2.7.2001)

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