Udo Jürgens 2006: AWD-Dome Bremen

AWD-Dome in Bremen

AWD-Dome in Bremen

Am Samstag, den 11. Februar gaben Udo Jürgens und das Orchester Pepe Lienhard im Rahmen der Tournee „Jetzt oder nie“ ein Konzert im AWD-Dome in Bremen, der ehemaligen Stadthalle.

Um ein verfrühtes Erstürmen der Bühnenrampe während der zweiten Konzerthälfte zu verhindern, wurde nach der Pause eine Durchsage gemacht. Hier wurde darum gebeten erst bei „Ich war noch niemals in New York“ zur Bühne zu kommen. Zusätzlich wurden die seitlichen Zugänge zur Bühne mit Absperrungen und Ordnern „gesichert“. Dank der Unachtsamkeit des zuständigen Personals schafften es einige Besucher bei „Vielen Dank für die Blumen“ trotzdem zur Bühne zu kommen. Niemand machte Anstalten diese etwa 10 Personen wieder auf ihre Plätze zu schicken und so war der Sturm nicht mehr aufzuhalten…

Das Bühnenbild vor Konzertbeginn

Das Bühnenbild vor Konzertbeginn

Mir hat das Konzert in Bremen von allen bisher besuchten Konzerten dieser Tournee am besten gefallen. Udo Jürgens war bestens gelaunt und erzählte viele persönliche Dinge, die ihn seit Jahren mit der Stadt Bremen verbinden. Sicherlich macht er dies bei fast allen Auftritten, jedoch nicht so ausführlich und man weiß ja inzwischen, dass Bremen im Leben von Udo Jürgens eine besonders persönliche Rolle spielte.

Erstmals konnte ich auch endlich das Opening von einem vernünftigen Sitzplatz genießen: Der Schatten, den man bereits vor Konzertbeginn auf dem Vorhang sehen kann, bewegt sich plötzlich und Udo Jürgens beginnt „In allen Dingen lebt ein Lied“ zu singen. Dann fällt der mit dem Schatten bestrahlte Vorhang herunter und Udo Jürgens steht genau dort, wo eben noch der Schatten war. Das Orchester ist aber erst später zu sehen, wenn der zweite Vorhang fällt…

Beim Lied Der Mann mit dem Fagott...

Beim Lied "Der Mann mit dem Fagott"...

...erscheint ein Schatten auf der Leinwand...

...erscheint ein Schatten auf der Leinwand...

...und die Projektion von Udo Jürgens...

...und die Projektion von Udo Jürgens...

...wechseln zu schwarz / weiß.

...wechseln zu schwarz / weiß.

Der Schatten vom Mann mit dem Fagott, der während des Liedes wie in einem Lichtkegel auf der Leinwand erscheint, ist computeranimiert. Im letzten Teil des Songs erscheint allerdings Pepe Lienhard in schwarzem Anzug, mit Zylinder und Fagott auf der Bühne. Und so kommt man doch noch in den Genuß des „wahren“ Mannes mit dem Fagott…

Pepe Lienhard als Der Mann mit dem Fagott

Pepe Lienhard als "Der Mann mit dem Fagott"

Udo Jürgens singt Der Mann mit dem Fagott

Udo Jürgens singt "Der Mann mit dem Fagott"

Die Halle bebt beim Superhit...

Die Halle bebt beim Superhit...

...Ich war noch niemals in New York.

...Ich war noch niemals in New York".

Ich war noch niemals in New York

"Ich war noch niemals in New York"

Dorothea Fletcher singt...

Dorothea Fletcher singt...

...New York, New York.

..."New York, New York".

New York, New York - so nah und schließlich...

"New York, New York" - so nah und schließlich...

...doch ganz unerreichbar!

...doch ganz unerreichbar!

Udo Jürgens zeigte sich einmal mehr...

Udo Jürgens zeigte sich einmal mehr...

...sehr publikumsnah und schüttelte Hände.

...sehr publikumsnah und schüttelte Hände.

Udo Jürgens im Duett mit...

Udo Jürgens im Duett mit...

...der Sängerin Sabine Manke.

...der Sängerin Sabine Manke.

Ich will - ich kann, I can - I will und...

"Ich will - ich kann, I can - I will" und...

...Liebe ohne Leiden

..."Liebe ohne Leiden"

Udo Jürgens im Duett mit Sabine Manke.

Udo Jürgens im Duett mit Sabine Manke.

Und dann folgen kraftvoll...

Und dann folgen kraftvoll...

...diverse Oldies am Stück!

...diverse Oldies am Stück!

Power-Udo

Power-Udo

Das wünsch ich dir

"Das wünsch' ich dir"

Das wünsch ich dir

"Das wünsch' ich dir"

Danke

"Danke"

Danke

Danke"

Mit 66 Jahren

"Mit 66 Jahren"...

...ist lang noch nicht Schluß!

...ist lang' noch nicht Schluß!

Udo Jürgens verabschiedet sich mit dem Orchester Pepe Lienhard

Udo Jürgens verabschiedet sich mit dem Orchester Pepe Lienhard

Als Zugabe darf natürlich das beliebte...

Als Zugabe darf natürlich das beliebte...

...Bademantelfinale nicht fehlen!

...Bademantelfinale nicht fehlen!

...ein letzter Blick, ein letztes Lächeln...

...ein letzter Blick, ein letztes Lächeln...

...und das Konzert im AWD-Dome ist beendet.

...und das Konzert im AWD-Dome ist beendet.

Er reißt die Fans noch immer von den Sitzen

BREMEN. Auch mit 71 Jahren schont Udo Jürgens sich nicht: Über zweieinhalb Stunden bot der Entertainer seinen Fans im AWD-Dome auf der Bürgerweide ein mitreißendes Konzert.Es muss ein seltsames Gefühl sein: Da schlendert man durch eine Stadt und hört plötzlich eines seiner eigenen Lieder, gespielt von einem Straßenmusiker. So ist es Udo Jürgens in der Bremer Innenstadt widerfahren, bevor er am Abend die Bühne des AWD-Domes betrat. Dass der anonyme Akkordeonspieler den Komponisten von „Was ich Dir sagen will“ gar nicht erkannte, macht dies Erlebnis für Jürgens besonders erzählenswert: Der darin enthaltene Hauch von augenzwinkernder Melancholie nimmt in seinem aktuellen Repertoire einen Raum ein. Obwohl es viel zu beklagen gibt, soll man nach vorn schauen und Kraft daraus schöpfen, dass man lebt, fühlt, sich Ziele erträumt. Sonst könnte es nachher womöglich zu spät sein. In diesem Sinne ist auch der Titel seines neuen Albums zu verstehen: „Jetzt oder nie“.Die gleichnamige Tournee stellt dementsprechend diese neuen Songs in den Mittelpunkt. Nicht nur das Programm, auch die Bühnentechnik zeigt sich auf dem neuesten Stand: Ein lichtstarker Beamer projiziert vielfältige Computeranimationen oder Großaufnahmen der Musiker auf die kompletten Ausmaße der Bühnenwand hinter den Akteuren. Bis man diese wirklich sehen kann, mussten erst einmal zwei Vorhänge fallen. Der vordere Bühnenteil ist dem Star und seinem Flügel vorbehalten, dahinter folgt das 17-köpfige Orchester von Pepe Lienhard.Die Arrangements der Songs erweisen sich als dramaturgisch geschickt und sind auf knackige Präzision ausgelegt. Die Rhythmusgruppe spielt besonders bei pumpenden Disco-Beats ihre Stärken aus, die scharfen Bläsersätze sorgen für lebendige Akzente. Allerdings reichen die neuen Songs nicht an die Qualität der Evergreens heran. Immer dann, wenn Udo Jürgens versucht, eine tiefgründigere Botschaft mit kunstfertiger Melodieführung zu vereinen, verlieren die Stücke an Griffigkeit. Natürlich gibt es auch Schlager, die auf den Punkt kommen, diese offenbaren jedoch manches Mal eine deutliche Nähe zu alten Erfolgen. So ähnelt „Du bist frei“ in Melodieführung und Rhythmik sehr stark „Ich weiß, was ich will“. Musikalischer Höhepunkt der neuen Nummern ist Udo Jürgens’ Beitrag zum Mozart-Jahr: Zu dem Goethe-Vers „Dass ich Dich liebe, was geht es Dich an“ kreierte er einen Reggae-Song, der von einem Mozart-inspirierten Thema durchbrochen wird.Vor dem zweiten Set wurde das Publikum aufgefordert, erst bei „Ich war noch niemals in New York“ vor die Bühne zu gehen, um „Tumulte“ zu vermeiden. Doch es half nichts: Bereits beim ersten alten Hit der zweiten Hälfte „Vielen Dank für die Blumen“ stürmten begeisterte Udo-Fans vor die vorderen Sitzreihen. Höhepunkt war dann auch ein kleines Evergreen-Medley. Insgesamt war die Hitdichte an diesem Abend geringer, als man erwarten könnte. Ein gutes Zeichen dafür, dass der Künstler sich nicht als Oldie-Sänger versteht. Unfassbar seine Kondition: Nach zweieinhalb Stunden springt und tanzt der 71-Jährige über die Bühne, die Stimme klingt fest wie beim ersten Ton.Seinen Ritualen bleibt er treu: Zur letzten Zugabe erscheint er im weißen Bademantel und spielt zum Abschied solo am Flügel. Doch keine Sorge, er wird bestimmt wiederkommen.

Weser-Kurier 13. 02. 2006

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